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Pirckheimer-Blog

Sa, 06.06.2020

Pirckheimer half Christo bei Reichstagsverhüllung

Er hat im Laufe der Jahre viele Prominente kennengelernt. Auch den am Pfingstsonntag im Alter von 84 Jahren gestorbenen Künstler Christo. Der Duderstädter Lyriker, Autor und Sammler Wolfgang Windhausen hat, wie er berichtet, nicht nur bei der Verhüllung des Reichstags mitgeholfen. Mit dem Tod Christos lüftet Windhausen nun auch ein seither gut gehütetes Geheimnis.

Christo und dessen Frau Jeanne-Claude hätten ihn seinerzeit gebeten, über einen Brandanschlag auf das Kunstwerk Stillschweigen zu bewahren. „Jetzt nach dem Tod von Christo darf ich nun über ein Ereignis bei der Reichstagsverhüllung sprechen“, sagt Windhausen. Und auch seine Fotos von dem Vorfall in der Nacht nach der Eröffnung der Reichstagsverhüllung am 24. Juni 1995 zeigt der Duderstädter jetzt erstmals.

Was war geschehen? Der heute 71-jährige Windhausen erinnert sich noch gut an seine Begegnungen mit dem Künstler Christo. Kennengelernt habe er ihn bei einer Ausstellungseröffnung in der Berliner Nationalgalerie. „Ich habe mir von ihm ein Plakat signieren lassen. Dabei sprachen wir auch über die anstehende Reichstagsverhüllung“, erinnert sich der Duderstädter, der damals wie heute regelmäßig in Berlin weilt. Windhausens Begeisterung für das Kunstprojekt Christos hatte zur Folge, dass der Künstler ihm angeboten habe, daran teilzunehmen.

Wenig später habe er etwa eine Woche vor der Eröffnung des Kunstwerks mit anderen die Arbeit als „Monitor“ aufgenommen. Ihre Aufgabe habe laut Vertrag mit Christo darin bestanden, erzählt Windhausen, täglich die Besucher des Reichstages über die Verhüllung zu informieren und den Besuchern kleine Proben des Verhüllungsstoffes zu übergeben.

(Eichsfelder Tageblatt, 3.6.2020)

Fr, 05.06.2020

Helge Leiberg in der Tabor Presse

Nach gut 2 Monaten relativer Ruhe in der Werkstatt, ein erster passender Kommentar von Helge Leiberg zur derzeitigen Situation. Auflage: 30 Exemplare, Format: 38 x 28 cm, coronabedingt nur 200 €.
In unserer Werkstatt nimmt die Druckarbeit langsam wieder Fahrt auf. Ein Solidaritäts-Projekt mit 40 (ja wirlich, mit vierzig) Künstlerinnen und Künstlern, zusammengefasst in der Grafikmappe "Splendid Isolation", wird in diesem Sommer erscheinen, die letzten Arbeiten werden gerade gedruckt. Für die Teilnahme an diesem Projekt danken wir allen Künstlern ganz herzlich. Sobald die Mappe komplett ist, erhalten Sie alle Motive zur Ansicht.
Auch der Grafikkalender für 2021 ist in Arbeit und wir hoffen, dass wir alles in diesem doch außergewöhnlichen Jahr, auch mit Ihrer Unterstützung, schaffen werden. Nach fast 40 Jahren Steindruck in der Tabor Presse sollte so ein Virus doch nicht aus der Bahn werfen.

TABOR PRESSE BERLIN
Klaus Büscher, Jan Pelkofer, Paul Klös
Taborstrasse 22, 10997 Berlin

Do, 04.06.2020

E. Hartwig, PARADIES, 05/2020, 2-Farb-Kaltnadelradierung, 16 x 11,2 cm

Druckgraphik V

Das Druckgraphik-Atelier präsentiert in seiner 115. Ausstellung Lithographien, Monotypien und Radierungen von Eberhard Hartwig.

Die Ausstellung ist zu den Offenen Ateliers in Berlin-Pankow innerhalb der artspring Berlin, am 6. und 7. Juni 2020, jeweils von 14-18 Uhr, geöffnet.

In dieser 115. Ausstellung im Druckgraphik-Atelier werden Lithographien, Monotypien und Radierungen von Eberhard Hartwig – entstanden in den letzten ca. 20 Jahren – als Überblick der Techniken gezeigt. Diese vermitteln die Ansätze von gegenständlichen Motiven, direkt vor der Natur als Kaltnadelradierung erarbeitet und zum Teil noch als Probedrucke, bis hin zur Abstraktion als Aquatinta oder Radier-Decollage, Lithographie oder Monotypie im Atelier ausgeführt.

Eine „Eröffnung“ findet – aufgrund der aktuellen Corona-Krise – nicht statt!
Ausstellung: 6. Juni – 25. August 2020

Druckgraphik-Atelier
Dietrich-Bonhoeffer-Str. 3, 10407 Berlin

Mi, 03.06.2020

Sonderheft der Einbogendrucke

Die Einbogendrucke des Pirckheimers Harald Kugler wurden erstmals um ein Sonderheft als Zeitzeugnis erweitert, welches beim Autor zum Preis von 4 € zu erwerben ist, siehe nebenstehende Abbildung.

Und für den Sammler dieser Reihe mit Erzählungen und Betrachtungen zu bibliophilen Themen ist es bestimmt interessant zu erfahren, dass von der Kassette mit den Heften 1-12, sowie von den anderen Einbogendrucken bis zur Nummer 24 noch Einzelexemplare zu beziehen sind, näheres findet sich auf der Homepage des Autors.

Harald Kugler
01796 Pirna, Gartenstr. 3

Di, 02.06.2020

Die Vernissage ist noch virtuell, die Ausstellung aber real

Die Galerie der Berliner Graphikpresse eröffnet mit einer virtuellen Vernissage eine Ausstellung mit Arbeiten des Künstlerpaares Antje Fretwurst-Colberg und Friedrich Wilhelm Fretwurst. Das Video zur Ausstellungseröffnung kann hier angeschaut werden.
Ab morgen ist diese Ausstellung dann auf galerie-berliner-graphikpresse.de und auch real in den Ausstellungsräumen zu bewundern.

Der Katalog zur 3. Sonderauktion mit Werken aus der Sammlung des Pirckheimers Wolfgang Windhausen befindet sich nun auch in der Post. Den Online-Katalog und alle Informationen zur Auktion sind hier zu finden.

Ausstellung: 3. Juni - 17. Juli 2020

Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 6, 10247 Berlin-Friedrichshain

Auf der Abb.: Henry Günther mit "Ton der Demut", dem neuen Künstlerbuch zu Klee/Feininger

Kunstwerke und Schutzmasken

"Schutzmasken, Desinfektionsmittel, Begrenzung der Besucherzahl, weniger Teilnehmer: Bei der beliebten Aktion Kunst offen, bei der Künstler in Mecklenburg-Vorpommern ihre Ateliers und Galerien öffnen, ließen sich die Werke der Künstler nur bedingt genießen. Dennoch waren Teilnehmer wie Gäste froh und dankbar, dass nach Wochen des Stillstands wieder eine etwas größer angelegte Veranstaltung stattfinden konnte. 

"Viele trauen sich offenbar nicht raus". sagte der Buchkünstler, Lyriker und Maler Henry Günther. Am Samstag fand niemand den Weg in sein Atelier in einem Wohnblock am Koch-Gotha-Platz in Ribnitz. Am Sonntag dagegen kamen Besucher im Halb-Stunden-Takt, um zu schauen, wie die Kunstbücher Günthers entstehen. An seinem ehemaligen Arbeitsort in Willershagen seien zu Kunst offen am Tag bis zu 100 Menschen vorbeigekommen.
Die Corona-Krise habe ihn wirt schaftlich schwer getroffen. Für ihn wichtige Messen wie in Frankfurt oder New York fallen weg. Ich lebe von bestehenden Kontakten", so der 70-Jährige. Kunst offen sei für ihn vor allem eine Möglichkeit, für sich zu werben."

(Ostseezeitung, 2.6.2020)

artspring 2020 wird wieder real

Die artspring berlin, ein Monat für die Kunst vom 9. Mai bis 7. Juni, fand in diesem Jahr nur virtuell statt. 

Die erfreuliche Nachricht von heute ist: Das ändert sich in den letzten Tagen dieses jährlich stattfindenden Festivals und ein Stadtbezirk wird getreu dem Motto dieser Veranstaltung doch noch zur Galerie - einige Ateliers des Großbezirks Pankow (ehemals Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee) öffnen am Wochende ihre Türen. Selbstverständlich mit Abstand, mit Maske, mit Rücksicht.

Neben andern Veranstaltungsorten ist dann auch auch die von Immanuel Rohringer kuratierte Gruppenausstellung "Werk im Werk X" öffentlich. Beteiligt sind die Künstler/innen: Tobias Biering, Andreas Blank, Stefan Draschan, Ahu Dural, Thomas bo Henriksson, Felix Höfner, Verena Issel, Mike MacKeldey, Fee Keller, Anton Laiko, Mario Margani, Stefanie Mayer, Stella Meris, Timo Nentwig, Daniel Richter, Merle Richter, Lysander Rohringer, Valeria Sass, Wilken Schade, Melanie Schempinski, Katharina Schnitzler, Oda Schoeller, Hein Spellmann, Anne Staszkiewicz, Timm Ulrichs, Volker Wartmann, Amelie von Wulffen und Thomas Zipp.
Zudem öffnen andere Ateliers im Haus an diesen Tagen ihre Türen.

6./7. Juni 2020, 14 - 18 Uhr 

Schönfließer Str. 7, 10439 Berlin

Mo, 01.06.2020

Mascha Kaléko - Liebesgedichte

Der 47. Druck der NeueKleiderDrucke enthält Liebesgedichte von Mascha Kaléko, versehen mit handkolorierten Linolschnitten von Hanfried Wendland.

Mascha Kaléko kam als Tochter eines russischen Vaters und einer österreichischen Mutter 1907 in Chrzanów, Westgalizien, zur Welt. Aus Furcht vor Progromen gegen die jüdische Bevölkerung floh die Familie nach Deutschland, zunächst nach Marburg und später nach Berlin.
Mascha Kaléko veröffentlichte schon früh in Berliner Zeitungen und Zeitschriften ihre Gedichte - heitere und melancholische. 1935 erhielt sie Berufsverbot. Als der politische Druck für Mascha Kaleko als Jüdin in Deutschland lebensgefährlich wurde, wanderte sie 1938 mit ihrem Mann und ihrem Sohn nach New York aus. Ihrem Mann, dem Dirigenten und Komponisten Chemjo Vinaver, zuliebe übersiedelte sie 1959 nach Jerusalem. Dort litt sie sehr unter der sprachlichen und kulturellen Isolation. 1968 starb ihr Sohn. Nachdem 1973 auch Vinaver starb, fand sie im letzten Lebensjahr wieder Kraft zu schreiben.
1974 besuchte sie ein letztes Mal Berlin. Auf dem Weg zurück nach Jerusalem machte sie 1975 einen Zwischenhalt in Zürich, wo sie verstarb.

Normalausgabe
20 arabisch numerierte Exemplare mit 6 Gedichten und 6 handkolorierten Linolschnitten,
gedruckt auf 170 g/qm Natural Line,
Broschur, Fadenheftung 240 € (Subskription bis 30.6.2020 190 €)

Vorzugsausgabe
10 römisch numerierte Exemplare mit 9 Gedichten und 10 handkolorierten Linolschntten,
gedruckt auf 230 g/qm Alt-Lünen-Bütten,
Halblederband mim bedruckten Schuber 480 € (Subskription bis 30.6.2020 420 €)

NeueKleiderDrucke
Hanfried Wendland
Teltower Straße 11, 14109 Berlin

Sa, 30.05.2020

Variations on Paper

Mit verschobenem Eröffnungstermin findet bei unserem Mitglied Erik Seidel aus Annaberg die eigentlich seit Mitte Mai laufende Ausstellung Variations on Paper mit Werken von Ursèl Ritter & Christian Jacob jetzt an Ende Juni statt. 

Eröffnung: 20. Juni 2020
Ausstellungsdauer: ca. 1 Monat

Kunstkeller Annaberg
Willischstraße 11, 09456 Annaberg-Buchholz

Fr, 29.05.2020

Samuel William Reynolds | Elizabeth Landgräfin von Hessen-Homburg | Schabkunst | 1831

Her Royal Highness Princess Elizabeth

In der Sonderausstellung aus Anlass des 250jährigen Geburtstages der Prinzessin wird ein repräsentativer Querschnitt aus dieser königlichen Collection vorgestellt. 

Bei ihrer Geburt am 22. Mai 1770 trug Elizabeth den Titel einer Königlichen Prinzessin von Großbritannien und Irland, Herzogin von Braunschweig-Lüneburg. Ihr Vater König George III. stammte aus dem Hause Hannover, ihre Mutter Charlotte war eine geborene Prinzessin von MecklenburgStrelitz. Mit 14 Geschwistern wuchs Elizabeth in Buckingham House, in Windsor, in Frogmore House und anderen Schlössern auf, wo sie früh mit den Kunstsammlungen ihrer Vorfahren in Berührung kam und die Interessen ihrer Eltern für Architektur, Malerei und Gartenkunst aufnahm. 

Elizabeth galt als das begabteste der Königskinder, die alle eine gediegene künstlerische Ausbildung erhielten. Von ihrer Familie wurde sie die »Muse« genannt, denn sie kannte sich nicht nur mit allen malerischen und graphischen Techniken aus, sie war auch eine der bedeutendsten Silhouettenschneiderinnen ihrer Zeit. Nicht zuletzt war sie architektonisch und innenarchitektonisch tätig. 

Schon in früher Jugend legte Elizabeth den Grundstock für ihre umfangreiche und vielfältige Sammlung, die sie 1818 im Zuge der Eheschließung mit dem Landgrafen Friedrich VI. von Hessen-Homburg nach Homburg überführte und erweiterte. Nach ihrem Tode überließ sie ihren Besitz testamentarisch dem Hause Hessen-Homburg. Die letzte Erbin, ihre Nichte Caroline, verheiratete Fürstin Reuß älterer Linie (1819-1872), erhielt viele Jahre nach Elizabeths Tod einen Teil ihrer ehemals umfangreichen Graphiksammlung sowie einige Zimelien ihrer Bibliothek. Seit der Gründung der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung im Jahr 1922 wird der Nachlass zusammen mit der Fürstlich Reußischen Sammlung im Sommerpalais bewahrt. 

Eine Eröffnungsveranstaltung wird wegen der aktuellen Risiken nicht stattfinden.
Ausstellung: 21. Mai - 4. Oktober 2020

Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung
Beletage des Sommerpalais Greiz

ARNO MOHR – ZUM 110. GEBURTSTAG

Folgendes Schreiben ging an die Bücherkinder Brandenburg, die sich 2019 mit Arno Mohr beschäftigten, woraus das nebenstehende Buch "Arno Mohr von hinten oder Nichts geht verloren" entstand:

"Der so bescheidene wie geniale Berliner Grafiker und Zeichner Arno Mohr wäre im Sommer 110 Jahre alt geworden. Ein triftiger Anlass, seine Arbeiten in Erinnerung zu rufen.
Online können Sie ab sofort die gesamte Ausstellung zu den Themen Lebenslauf, Berlin, Theater und Kleine Szenen anschauen.

Im Frühjahr 1994 führte Doris Leo ein bisher unveröffentlichtes Interview mit Arno Mohr. Zu Beginn sagte er: "Was soll ich Ihnen erzählen? Wir haben früher gesagt: Erzähl doch mal aus deinem Leben, es braucht nicht unbedingt wahr zu sein." Lesen Sie im Folgenden Ausschnitte aus diesem ganz und gar wahrhaftigen Interview, thematisch ausgewählt zu Radierungen aus seinem bekannten Zyklus "Mein Lebenslauf".
Wenn Sie die Stimme von Arno Mohr hören möchten, klicken Sie bitte hier. Im Gespräch liest Arno Mohr einen Text von Paul Holz über die Rolle des Zeichners. Die ersten beiden Sätze sind der veralteten Aufnahmetechnik zum Opfer gefallen. Sie lauten: "Der Zeichner hat es schwer. Er bleibt oft im Dunkeln..."

Sandau & Leo Galerie GbR
Tucholskystraße 38, 10117 Berlin

Do, 28.05.2020

Was verbindet Halterns älteste mit Londons ältester Buchhandlung?

Was verbindet Kortenkamp, Halterns älteste Buchhandlung am (Markt)Platz, mit Hatchards, Londons ältester und nach der Cambridge University Press zweitältester Buchhandlung des Vereinigten Königreiches? Die Faszination für alles aus der Feder von Jeffrey Archer, Bestsellerautor, Politiker (MP 1969-1974), seit 1992 Mitglied im House of Lords und eine unbestritten schillernde Persönlichkeit, ja eine quicklebendige britische Legende! Warum sich diese Antwort gerade mir sekundenschnell auf die Zunge legt?

Der reine Zufall hatte uns 2011 zu dem Hoflieferanten des englischen Königshauses gelenkt. Innerlich auf Zehenspitzen spazierten wir durch Londons ehrwürdigen Büchertempel und landeten schließlich in einem  kleinen Raum, dominiert von einem großen Schreibtisch, auf dem sich Riesenstapel von Büchern türmten. Dahinter saß  sie nun, diese schillernde Persönlichkeit, diese britische Legende, ihre vielen Lachfältchen voll im Einsatz, souverän und erwartungsvoll  uns entgegen blickend. Ein einziger Wimpernschlag und dem „Herrn seines jüngsten Werkes“ war klar gewesen, man hatte ihn erkannt. Unsere Mimik hatte uns verraten! Einen weiteren Wimpernschlag später begrüßte er uns wie lang  verloren geglaubte Freunde. Habe ich schon seinen umwerfenden Charme erwähnt? Jedenfalls hielt ich, stolz wie Oskar, wenige Minuten später „Only Time will Tell“ (deutscher Titel „Spiel der Zeit) unter den Arm geklemmt, jedoch nicht bevor er den „Number One Bestseller“ mit schwungvoller Hand signiert hatte, Widmung inklusive. Errötet bin ich wie ein Backfisch. Übrigens, die weiße Tragetasche mit dem markanten Hatchards- Schriftzug ist mir kürzlich erst abhanden gekommen. Leider! Per E-Mail teile ich neun Jahre später unsere Erinnerung mit Londons Buchhandlung Nr.1. Hatchards  reagiert umgehend. Man schätze Jeffrey Archer seit vielen Jahren als Freund. Viele Male habe er habe er dort sein Publikum mit Lesungen in Atem gehalten. Nicht nur er, sondern auch andere große Namen wie etwa Hilary Mantel, Joanne K. Rowling, Joanne Harris oder Margaret Thatcher. 2011, bestätigt man, habe er während einer Autogrammstunde seinen Roman „Only time will Tell“, Saga 1 seiner inzwischen 7 Bände zählenden „The Clifton-Chronicles“, vorgestellt. Und wir waren dabei gewesen!!

Dass der weltläufige Bestseller-Autor selbst im kleinen Haltern am See eine veritable und treue Leserschar hinter sich versammelt, teilte sich mir jüngst ganz ohne Worte mit. Kortenkamp hatte das große Schaufenster mit Blick auf den Markt ausschließlich Jeffrey Archers  umfangreichem Oeuvre gewidmet. „Insbesondere das fesselnde Familienepos „Die Clifton-Saga“ ist noch immer der Renner“, so Inhaberin Anne Heine-Hagen. Vor vier Jahren haben wir beispielsweise 87 Exemplare verkauft.“ Nicht schlecht für eine Kleinstadt, oder? Und schon drehen sich bei mir die Räder in eigener Sache, denn die Kulturstiftung Masthoff besteht seit immerhin 19 Jahren. Viele spannende Projekte liegen hinter und hoffentlich bald wieder vor ihr, ist doch Kultur gerade in Krisenzeiten wie Corona wichtige Seelennahrung.

Wie wäre es – großes Fragezeichen – sinniere ich hörbar, wenn Sie, liebe Frau Heine-Hagen, die signierte, mir gewidmete Erstausgabe von „Only Time will Tell“ (erschienen 2011 im Macmillan Verlag, London) zu Gunsten der Stiftung zum Verkauf anbieten, gibt es hier doch zahlreiche anglophile Jeffrey Archer Fans. Begeistert wird meine Idee an (Bücher)Bord genommen. Also, schauen Sie doch einfach bei Kortenkamp vorbei, gehen Sie hinein - nach dem Motto der Pirckheimer-Gesellschaft für Bibliophile – „Haltet bitte Abstand zu Menschen, aber bloß nicht zu Büchern“.

P.S. Kortenkamp gibt es seit 1869, Hatchards seit 1797

(Eva Masthoff)

Mi, 27.05.2020

Peter Labuhn gestorben

Das Exlibris „Der alte König“ hat sich Dr. Peter Labuhn im Jahr 1998 von Karl-Georg Hirsch für die Folge „Hofstaat“ stechen lassen. In diesem Blatt finden sich einige seiner vielen Interessen- und Sammlergebiete wieder: Es sind zum einen Exlibris, dort besonders mit dem Schwerpunkt Antike und „Urteil des Paris“, die er von vielen verschiedenen Künstlern anfertigen ließ. Und es sind die Grafiken von Karl-Georg Hirsch, die er leidenschaftlich sammelte. Sein immenses Wissen in beiden Sachgebieten hat er auch gern und engagiert geteilt: Unter anderem als wiederkehrender Autor für die MARGINALIEN der Pirckheimer-Gesellschaft und in verschiedenen Periodika der Deutschen Exlibris-Gesellschaft. Auch einige Bücher Hirschs wie „Hofstaat“ , „Kleinstaat“ und andere sind durch die Initiative des Stendalers Labuhn entstanden. Verschiedene Ausstellungen (z. B. 1998 Schloß Burgk, 2015 Stendal, 2018 Wolfenbüttel) waren möglich, weil er sie entweder selbst organisiert oder mit Leihgaben aus seiner Sammlung bestückt hat.

Uns wird dieser aufgeschlossene, vielseitig interessierte und kompetente Pirckheimer-Freund fehlen. Am 26.5.2020 hat der schwarze Mann den „Alten König“ zu sich geholt.

(Gerhard Rechlin)

Di, 26.05.2020

WERKSTATTGESPRÄCHE des LBA gehen weiter

Der LBA nimmt nach corona-bedingter Pause seine Veranstaltungen mit wieder auf und besucht in der Reihe Werkstattgespräche die Druckwerkstatt "carpe plumbum" von Thomas Siemon.

carpe plumbum wurde 2002 von ihm gegründet und es entstand im kreativen Umfeld der Leipziger Baumwollspinnerei in den letzten 18 Jahren eine fast einmalige Druckwerkstatt. Neben einigen hundert Bleisatzschriften bieten verschiedenste Druckmaschinen bis hin zur Schnellpresse im Format 70 x 100cm und einer Andruckpresse im außergewöhnlichen Format von 100x140cm vielfältige Möglichkeiten. Schwerpunkte sind Hochdruckgrafik, Bücher und hochwertige Akzidenzdrucksachen. Unter anderem werden die originalgrafischen Bücher des LUBOK Verlages  hier gedruckt.
Die Werkstatt ist ebenso Sammlung wie Atelier, Labor und Ort für Experimente, lebendig gehalten durch die Bücher, Grafikdrucke und vielfältigen anderen Drucksachen, die dort entstehen und die Zusammenarbeit mit Künstlern
und Designern.

2. Juni 2020, 19 Uhr, Treffpunnkt: Eingang zur Halle 17 C.der Spinnerei (Alle Teilnehmer werden gebeten, einen Mundschutz mitzubringen)

edition carpe plumbum
Spinnereistraße 7 (420 ), 04179 Leipzig 

Sa, 23.05.2020

FRIEDRICH HÖLDERLIN · SYBILLE

Von Anja Harms ist ein neues Künstlerbuch erschienen: 

Übergroße Fragmente der Handschrift Friedrich Hölderlins aus dem November 1799 prägen das Buch »Sybille« – Schrift wird zum Bild. Den auf hand­geschöpftem Kupfer­druckbütten ge­druckten ›Schriftbildern‹, zweifarbigen Linolschnitten, steht der von Hand gesetzte und beid­seitig auf Transparent­papier ge­druckte Text »Sybille« gegenüber. »Sybille« ist ein bruch­stückhafter Entwurf und wurde erst viele Jahre nach dem Tod Hölderlins gedruckt. Dieses Schicksal nehmen die Text­seiten auf durch ein irritierendes Spiel mit Transparenz und Licht. Auch der Einband ist mehr­schichtig angelegt. Der Überzug der Rückseite über­deckt collagenhaft Teile der Vorder­seite. Sein ge­rissener Rand gibt den Blick auf einen farbigen Linolschnitt frei. 

Halb­gewebe­band, Fadenheftung, 28 Seiten, 27,5 x 34,5 cm,
25 Exemplare, 2020.