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Pirckheimer-Blog

Sa, 14.03.2020

Rainer Henze (lks.) und Matthias Frohl vor dem Blatt "Arche", 1988
Blick in die Ausstellung
Rainer Henze, "Der große Vogel", Radierung und Prägedruck, 2011
Rainer Henze beim Signieren der Ausstellungsplakate, Fotos © ad

Frühjahrsempfang und Vernissage bei „Sonnensegel“

"Die ganze Kultur dieses Landes ist von Corona besetzt. Die ganze Kultur? Nein! Ein von unbeugsamen Kunstfreunden bevölkerter Ort im Land Brandenburg hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten ..."

Heute fand als vermutlich letzte kulturelle Veranstaltung für eine ungewisse Zeit der Frühjahrsempfang zum 30jährigen Bestehen der Kinder- und Jugend-Kunst-Galerie Sonnensegel“ und die Vernissage einer Ausstellung mit Ätzradierungen und Metalskulpturen von Rainer Henze im Beisein des Hallenser Künstlers statt. Damit vollendete sich, was mit der Erwerbungen einer Radierung des Künstlers im Jahre 1988, damals hieß dieses Projekt für Kinder und Jugendliche noch „Arche", seinen Anfang nahm.

In seinen einführenden Worten des Leiters der Galerie Matthias Frohl hieß es:
... Künstlerinnen und Künstler, die eine klar erkennbare Motivwelt aus ihrem eigenen Erleben schöpfen, den dargestellten Inhalt als Kommentar zu konkreten Wirklichkeitserfahrungen verstehen, gelten als Realisten.
Dieser Art künstlerischen Erzählens fühlt sich der Grafiker und Metallbildhauer Rainer Henze verpflichtet. In seinen filigranen Ätzradierungen und Metallschnitten dominiert eine expressiv-realistische Bildsprache mit surrealen Einflüssen. Wenige charakteristische Bildfiguren entwickeln ein vielvieutiges Beziehungsgeflecht, das (oft unterstützt durch den Bildtitel) menschliche Verhaltensweisen in Frage stellt oder über das Wechselverhältnis zwischen Individuum, Gesellschaft und Natur Auskunft gibt.
Die zumeist kleinformatigen Grafiken entwickeln in ihrer Mischung aus surrealen Momenten und Realitätsnähe nicht selten eine monumentale Wirkung. Gewohnte Perspektiven werden aufgelöst, metrische Reihungselemente entfalten in Kombination mit einer archaisch anmutenden Vereinfachung der Darstellung eine Klarheit bzw. Eindringlichkeit, welche u.a. an babylonische Rollsiegel oder an mittelalterliche Bildteppiche denken lässt. Rainer Henze zeigt den Menschen als einsamen Ruderer gegen den sich stets erneuernden Strom von Konflikten und Widersprüchen, als modernen Sisyphus, der sich nicht nur im Laufrad des sogenannten Fortschritts behaupten, sondern sich auch mit einem mitunter selbstzerstörerischen Handeln Seinesgleichen auseinander setzen muss. Erfindungsreich nutzt er das Bildgedächtnis vergangener Generationen und transformiert Motive, die schon bei Hieronymus Bosch, Pieter Brueghel und anderen auftauchen in den eigenen bildnerischen Duktus. ...

Die Gäste des Frühjahrsempfangs und der Vernissage bekamen Gelegenheit, die traditionelle Glückwunschkarte der Galerie zum chinesischen Neujahr, diesmal zum Jahr der Ratte, am Boston- Tiegel zu drucken und konnten darüber hinaus im, der Galerie angeschlossenen „Gutenberg DruckLaden“ von Sven Märkisch, ein Plakat zur Ausstellung drucken und von Rainer Henze signieren lassen.

Ausstellung: 14. März - 5. Juni 2020

Galerie "Sonnensegel"
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg

Fr, 13.03.2020

Marginalien #236

Mitglieder haben in diesen Tagen die neuen MARGINALIEN in ihrem Briefkasten und können einen zweifarbigen Holzschnitt der verlorenen Form von Volker Pfüller, gedruckt von Thomas Siemon  im atelier carpe plumbum, Leipzig, ihrer Sammlung von Originalgraphiken beifügen.

Aber auch Nichtmitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft, die diese Zeitschrift im Abonnement beziehen und die Marginalien damit ohne Graphik bekommen, werden begeistert sein vom aktuellen Heft: "Die Marginalien spannen in dieser Ausgabe den Bogen weit. Als  Auftakt einer neuen Rubrik – Berühmte Bücher – erklärt uns Wolfgang Schmitz, warum das Neue Gebetbuch Kaiser Maximilians an der  Schwelle des Umbruchs im Jahr 1513 ähnliche Fragen wie heute zu  beantworten suchte: Wie verbindet man alte und neue Technologien? Helmut Kronthaler stellt uns einen Pionier des »grafischen  Romans« vor, den Amerikaner Lynd Ward. Angeregt von Masereel und Nückel schuf er während des Art Dèco beeindruckende  Holzschnitt-Romane ohne Worte, die in Zeiten der Graphic Novel wiederentdeckt werden. Michael Töteberg schlägt ein kurzes  Kapitel in der Geschichte des Rowohlt-Verlags auf, als der seine  Rotationsdruck-Romane  auch  aus  der  Berliner  Friedrichstraße  der frühen DDR in die Welt trug. Klaus Raasch fragt sich, warum  Künstler der letzten 40 Jahre den Buchdruck dem Flachdruck beim  Büchermachen so lange vorgezogen haben, obwohl letzterer weniger materialintensiv herzustellen sei. Wir erinnern an Gerhard  Kurt Müller, Mitbegründer der Leipziger Schule, der nebenbei  als Anreger die beinahe verlorenen Drucktechniken des Holz- und  Kupferstichs  in  die  nächste  Künstlergeneration  trug. Wolfgang  Grätz  berichtet  von  den  Talenten  des  diesjährigen  Grafiknachwuchspreises der Leipziger Buchmesse, und in unserer Reihe ABC der Druckkunst gewährt uns das atelier carpe plumbum Einblick in  seine Werkstatt ..."
(Till Schröder)

Übrigens: dem Heft lag ein Flyer zur BuchDruckKunst bei, der inzwischen seine Berechtigung verloren hat. Klaus Raasch musste am 14. März mitteilen: "Die Messe fällt leider aus! Durch den Beschluß des Hamburger Senats am Freitag, den 13. März, stellen ab dem 14. März alle staatlichen Kultureinrichtungen ihren Betrieb ein."

Do, 12.03.2020

Wolfgang Leber, Jens Meinrenke (v.r.n.l.), Foto © Elke Lang

Wolfgang Leber

Eine Ausstellungseröffnung mit Malerei und Steindrucken von Wolfgang Leber aus der Werkstatt Klaus Wilfert in der Galerie der Berliner Graphikpresse, zu der Jens Meinrenke einführende Worte sprach, fand ein starkes Publikumsinteresse.

Es handelt sich um zum Teil großformatige Arbeiten, meist Farblithographien und Aquarelle vor allem mit Berliner Stadtlandschaften, die als Graphik durch Übereinanderdrucken der Farbsteine in gedeckten, erdigen Farben auf geometrische Zeichen reduziert sind und eine räumliche Struktur erhalten haben. Mit Klaus Wilfert arbeitet Wolfgang Leber seit Ende der 70er Jahre zusammen. Der Meister des Steindrucks schreibt im Faltblatt dazu: „In über 20 Jahren gemeinsamer, ambitionierter Arbeit entstanden aus den kraftvollen, konturenreichen Schwarz-Weiß-Steindrucken imposante Farblithographien, die in ihren fast monochrom wirkenden Farbvarianten das Verstehen, Beherrschen und Kultivieren dieser klassischen Drucktechnik offenbaren.“ Dadurch seien der Druckgraphik ab den 80er Jahren in der DDR Impulse gegeben worden, die eine künstlerische Anerkennung über Grenzen hinweg mit sich gebracht haben."

(Elke Lang)

Ausstellung: 20. Februar - 27. März 2020
Achtung: Die Galerie der Berliner Graphikpresse bleibt bis auf weiteres geschlossen.

Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 6, 10247 Berlin-Friedrichshain

Mi, 11.03.2020

"Buch Plan B" ist ebenfalls abgesagt

"… leider spitzt sich die aktuelle Corona-Entwicklung in der Stadt Berlin offensichtlich zu. So empfahlen die Berliner Amtsärzte auf Kultur- und Sportveranstaltungen in der Stadt zu verzichten, um eine Erweiterung der Infektionswege zu verhindern. Sie richteten heute an die Gesundheitsverwaltung der Stadt die dringliche Aufforderung, sämtliche Kulturveranstaltungen in Berlin zu untersagen. Vor diesem Hintergrund hat die Geschäftsführung der ND GmbH entschieden, die für diesen Freitag und Samstag am nd-Verlagsstandort Franz-Mehring-Platz 1 in Berlin-Friedrichshain geplante alternative Buchmesse BUCH PLAN B kurzfristig abzusagen. Wir bedauern dies außerordentlich, müssen uns aber leider dieser höheren Gewalt unterwerfen. …"

(Olaf Koppe, Verlagsleiter Neues Deutschland)

Di, 10.03.2020

Tag der Druckkunst 2020

Am 15. März 2018 wurden die traditionellen Drucktechniken in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission aufgenommen. Am 15. März 2020 wird dieser Tag zum zweiten Mal begangen..

Aus diesem Anlass wird in vielen Veranstaltungen nicht nur in Deutschland nachdrücklich bewiesen, wie lebendig dieses Kulturerbe ist! - auf einige wurde davon, an denen naturgemäß auch viele Pirckheimer beteiligt sind, wurde hier im Blog hingewiesen. Mit diesen Posts wurde jedoch nicht einmal die Spitze des Eisberges gestreift, wie der interessierte Freund der traditionellen Drucktechniken auf der Seite tag-der-druckkunst.de eindrucksvoll und übersichtlich dargeboten nachlesen kann. 

Impfung Halle 3 E 414 / Veranstalter: Wir haben eine Taskforce gebildet / Manga-Convention Vogelgrippeviruskostüm / Hybriden-Verlag: Alle Sendungen enthalten nur gute Viren / Wir finden statt und freuen uns auf euch. #Leipzigniest

LEIPZIG BOOK FAIR 2020

Pünktlich zur nicht stattfindenden Buchmesse erscheint im Hybriden-Verlag von Hartmut Andryczuk eine Künstleredition mit dem Titel LEIPZIG BOOK FAIR 2020. Danke Leipzig. Danke Gesundheitsamt. 

Die Edition enthält ein Leporello mit fünf Zeichnungen sowie ein Textheft (deutsch/englisch).

Auszug aus dem Text: „Im Moment sind viele Spinner unterwegs: Gegner des 5G-Netzes wussten schon immer, dass die neue Mobilfunkstrahlung die Zellen schädigt und anfälliger für Infektionen macht. Die neue Lungenpest stammt natürlich aus dem Labor, Putin und Trump haben es auf das Volk losgelassen, um die chinesische Wirtschaft zu schwächen. Alles wäre eine Maßnahme, um das Bargeld abzuschaffen, das Sozial-Kredit-System weltweit einzuführen oder auch nur ein Testlauf für ein späteres, tödliches Virus. Alle stecken dahinter: Pharmakonzerne, Börsenspekulanten, George Soros, die jüdische Weltverschwörung, die Islamisierung Europas. In den Supermärkten leeren sich die Regale: Reis, Nudeln, Toilettenpapier sind ausverkauft und Desinfektionsmittel oder Atemschutzmasken in den Apotheken nicht mehr zu bekommen. Es ist in diesen Tagen nicht leicht zu unterscheiden, wer Hysteriker, Angstvirus-Verbreiter, Verharmloser, Witzemacher oder seriöser Informant ist. Die Menschen sind verunsichert und spüren, dass sie es mit etwas Unbekanntem zu tun haben.

Hybriden-Verlag
Series: Bookart
Edition: 30 copies
300 €

Mo, 09.03.2020

AdA 1/2020

Heft 1/2020 der gerade in Auslieferung befindlichen Zeitschrift "Aus dem Antiquariat" enthält neben weiteren Beiträgen dem lesenswerten Artikel von Michael Eschmann über Die Leipziger Antiquarin Edith Markert (1927 - 2002). Inhaberin eines der vier in dieser Stadt privat geführten Antiquariate zu DDR-Zeiten und engagierte Sammlerin von Frauenliteratur.

Bei Pirckheimern weckt ein Bericht von Carsten Wurm über das Sommeridyll des Avantgardisten John Heartfield in Waldsieversdorf Erinnerungen, hatte doch diese Gedenkstätte die Pirckheimer Regionalgruppe Berlin/Brandenburg anläßlich ihrer Sommerexkursion am Mai 2019 besucht.

So, 08.03.2020

nach Absage der LBM kommt "buch plan B"

Nach der Absage der Leipziger Buchmesse wird in Berlin "buch plan B" stattfinden, damit die umfangreiche Vorarbeit zur LBM, wie z.B. Veranstaltungsvorbereitungen oder die in Leipzig gefragte Literaturbeilage des nd nicht ganz umsonst waren. Organisiert wird buch plan B unter der Leitung von Mario Pschera, Geschäftsführer des Dağyeli Verlags.

Bislang werden etwa 30 Verlage vertreten sein, mit einem eigenen Stand oder mit Büchern und Prospekten, insgesamt werden 50 Verlage erwartet. Eigene Stände werden u.a. Aviva, Leiv Kinderbuchverlag, be.bra, Verbrecher-Verlag und Osburg haben, in Kommission werden Quintus, Faber & Faber, Alibri, Conte, Das kulturelle Gedächtnis, Wagenbach vertreten sein. Autoren, die Lesungen für Leipzig vorbereitet haben, werden auf dieser Buchmesse ihre Texte vortragen und auch die Pirckheimer-Gesellschaft wird auf dieser Messe ihr Wirken für das gute Buch vorstellen.

11. März 2020: Die ursprünglich am 13. und 14. März - 15. Mai 2020 geplante Messe muss entsprechend einer Aufforderung der Gesundheitsverwaltung der Stadt abgesagt werden.

Sa, 07.03.2020

Joachim John: »Bilder zur Zeit«

Die jW-Ladengalerie zeigt derzeit politische Malerei, Druckgraphik und Zeichnungen des ehemaligen Pirckheimers Joachim John (1933 - 2018).

„Ich will nicht recht haben!", schreibt John 2003. „Ich erschrak, weil ich mich der Aufklärung verpflichtet fühle, weil ich betroffen bis angewidert von Esoterikern und der Gegenaufklärung bin, die wie eine größere Welle des Krakatau um die ganze Erde schwappt. Global. Der Zusammenbruch des Sozialismus hat die Gegenaufklärung ermächtigt und ließ sie zur Sturmflut werden. Ihre darüber noch herausragenden turmhohen Wogen sind die Aggressionskriege."

Kaum ein Künstler heute ist so sorgfältig, zart und deutlich im Umgang mit unserer Geschichte wie John. Die druckgrafischen Zyklen „Thomas Müntzer" und „América Latina", die in der Ladengalerie auch zu sehen sind, zeugen von Johns Studium wissenschaftlicher und künstlerischer Literatur, sie weisen in ihrer Gestaltungskraft auf uns. 1985 erhielt John den Käthe-Kollwitz-Preis, seit 1986 ist er Mitglied der Akademie der Künste. Ein Zurücklehnen in die Historie oder auf schon Erreichtes ist für John jedoch undenkbar. So schreibt er in einer Neujahrskarte 2009:
»wenn die pole schmelzen / laufen wir auf stelzen // wenn die wälder sterben / könn wir brennholz erben // wenn die wasser steigen / auf zum nixenreigen // wenn alle alles wüssten / wärn alle kommunisten«

Ausstellungseröffnung:5. März 2020, 19 Uhr, Einführung Andreas Wessel
Dauer der Ausstellung ist noch nicht bekannt

jW-Ladengalerie
Torstr. 6, 10119 Berlin

Glück ans Haus geklebt

Im August 2019 erschien im Neustäblerverlag das bibliophiles Bändchen "Das Schweigen des Schäfers" mit Gedichten von Ingo Cesaro und Original-Holschnitten von Brigitte Neustäbler zum Thema Wolf..

Jetzt kann das zweites gemeinsame Buchprojekt der beiden Künstler vorgestellt werden: "Glück ans Haus geklebt" mit  Schwalbenhaiku von Ingo Cesaro.
Auch dieses Buch wurde wieder in Japanblockbindung erstellt und erscheint in einer Auflage von 33 Exemplaren. Diesmal liess sich Brigitte Neustäbler durch die Haiku von Ingo Cesaro, eine traditionelle japanische Gedichtform, die heute weltweit verbreitet ist und als die kürzeste Gedichtform der Welt gilt, zu vier schwarz-weiss Holzschnitten inspirieren.

Fr, 06.03.2020

30 Jahre BuchKunstBalance

Die Rostocker Buchhandlung HUGENDUBEL zeigt in einer aktuellen Ausstellung Künstlerbriefe zu ausgewählten Künstlerbüchern der BuchKunstBalance von Henry Günther. Die Ausstellung steht unter dem Jubiläum der Gründung der Edition Balance im Jahr 1990 in Berlin-Köpenick: 30 Jahre BuchKunstBalance / 30 Jahre Leipziger Buchmesse. Nach der kurzfristigen Absage der diesjährigen Leipziger Buchmesse freut sich die Buchhandlung HUGENDUBEL besonders, diese ausgewählten Produkte in einer Verkaufsausstellung zu zeigen. Wie z.B. das aktuelle Künstlerbuch mit Gedichten von Reiner Kunze "luft der trottoire" mit Farbholzdrucken von Henry Günther.

Im Künstleratelier von Henry Günther in Ribnitz-Damgarten kann man am 2. Tag der Druckgrafik die Herstellung von Druckformen für Farbholzdrucke anschaulich mitverfolgen.

Ausstellung: 5. März - 30. April 2020
Tag der Druckgrafik: 15. März 2020

HUGENDUBEL
Kröpeliner Straße, Rostock

Atelier BuchKunstBalance
Ribnitz-Damgarten

Rainer Henze, Paar und blauer Elefant

Rainer Henze: "FIGUREN-THEATER"

Grafik und Skulpturen in der Galerie "Sonnensegel"

Für den Grafiker und Metallbildhauer Rainer Henze stellt das Wechselverhältnis zwischen Individuum, Gesellschaft und Natur ein unerschöpfliches Reservoir dar, aus dem er Ideen und Metaphern für seine Bilderfindungen schöpft.

In filigranen Aquatinta- Radierungen und Plastiken aus Stahlblechen zeigt der  in Leipzig geborene Künstler Menschen und Tiere als Akteure in seinem ganz persönlichem „Figuren-Theater“. Die künstlerischen Kommentare  zur großen und kleinen  Welt haben sehr unterschiedliche Klangfarben.  Manchmal  mahnend kritisch, nicht selten aber auch lyrisch heiter bzw. surreal fallen die grafischen und  plastischen Reflexionen des Rainer Henze aus.

Was alle Darstellungen eint, sind die prägnanten  Formfindungen mit hohem Wiedererkennungswert und die handwerkliche Präzision mit der sie umgesetzt werden.

(Matthias Frohl)

Eröffnung: 14. März 2020, 16 Uhr, Rainer Henze wird zur Vernissage anwesend sein und druckt mit den Ausstellungsgästen ein originalgrafisches Ausstellungsplakat und signiert die Drucke.
Ausstellung: 14. März - 5. Juni 2020

Galerie "Sonnensegel"
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg

Do, 05.03.2020

Hartmut Staake, Schönes Wochenende, 1981. Foto: Martin Maleschka © Künstler

Leben in einem Land, das es heute nicht mehr gibt

Im Rahmen des Projektes „Alle in die Kunst! Ausstellung selbermachen im Kunst archiv Beeskow" haben sich vier Frauen und ein Mann, die beruflich wenig bis gar nichts mit Kunst zu tun haben oder hatten, auf das Abenteuer eingelassen, als Laienkuratoren eine Auswahl von Arbeiten aus dem Fundus des Kunstarchives zusammenzustellen. Dabei haben sie sich - statt von einem kunsthistorischen Blicl - vor allem von der eigenen Lebenserfahrung sowohl in Ost als auch in West leiter lassen. Klischees, die im Zusammenhang mit Kunst aus der DDR immer wieder gerr bedient werden, zu vermeiden - das war ihnen bei ihrer Auswahl besonders wichtlg.

Unter den Titeln „Buntes Leben", „Strukturen des Alltags", „Traum und Realität" sowie „Fadenschein" zeigen sie nun in vier Räumen auf der Burg Beeskow Malerei, Grafik, Plastik, Fotografie und textile Arbeiten, die eines gemeinsam haben: Sie erzähle, vom „Leben in einem Land, das es heute nicht mehr gibt". 

Eröffnung: 14. März 2020, 16 Uhr
Die Lust der Kunst": 27. März 2020, 19 Uhr, Lesung und Gespräch mit der Künstlerin Ulla Walter
Familie Brasch": 16. Mai 2020, 19 Uhr, Filmvorführung und Gespräch mit Autorin Marion Brasch und Regiseurin Annekatrin Hendel
Künstlergespräch: 6. Juni, 14 Uhr, mit Harald Metzkes
Ausstellung: 15. März -21. Juni 2020

Kunstarchiv Beeskow, Galerie
Spreeinsel Beeskow, Frankfurter Str. 23, 15848 Beeskow

Radierungen von Thomas Ranft

Magdeburger Bibliophile zeigen Radierungen von Thomas Ranft zu Hölderlins »Hyperion«

Noch haben die Corona-Viren das Literaturhaus Magdeburg nicht in einer kritischen Anzahl erreicht, sodass der Ausstellung mit Radierungen von Thomas Ranft zu dem Roman »Hyperion« von Friedrich Hölderlin aktuell nichts im Wege steht. Die Ausstellung wird am Mittwoch, 25. März in Magdeburg eröffnet. Der Künstler wird anwesend sein. In die Ausstellung führt Gabriele Muschter (Berlin) ein. Musikalisch wird die Eröffnung von Jerzy Bojanowski (Magdeburg) begleitet.

Zwei Jubiläen werden mit der Ausstellung gewürdigt, die in diesem Jahr zu feiern sind: der 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin und der 75. Geburtstag von Thomas Ranft. Eine Verbindung zwischen beiden knüpft mit »Hyperion« eines der bekanntesten Werke Hölderlins, dessen erster Band 1779 erschien. Thomas Ranft hat in Auseinandersetzung mit diesem Werk zwei Grafikmappen mit je elf Radierungen sowie Textblättern geschaffen. Organisiert wir die Schau vom Verein der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. »Willibald Pirckheimer« und dem Literaturhaus Magdeburg.

(Ralf Wege)

Die Ausstellung wird wegen des Corona-Virus verschoben!

Eröffnung: 25. März 2020, um 19 Uhr
Ausstellung: 26. März - 26. Juni 2020

Literaturhaus Magdeburg
Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg

© Eckhard Froeschlin

TAG DER DRUCKKUNST

Die Druckgraphik ist in den Ateliers im Alten Schlachthof ein wichtiger Aspekt, der für internationale Präsenz an der oberen Donau sorgt: Gastkünstler aus den USA, aus England, Brasilien, Nicaragua und Japan haben ebenso wie ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen an den Druckmaschinen hier gearbeitet.

Am Tag der Druckkunst hat der Alte Schlachthof in Sigmaringen zwei Angebote:

Um 11 Uhr beginnt die neue Gastkünstlerin Katrin Graalmann, Leiterin der Druckwerkstatt der Kunsthochschule Mainz mit ihrem Offenen Atelier, in dem sie Studentenarbeiten und eigene Radierungen zeigt, die Technik der Radierung vorführt und auch Gelegenheit gibt, selbst eine Kaltnadelradierung zu ritzen und zu drucken. Gleichzeitig wird Eckhard Froeschlin auf der Korrex-Buchdruckpresse im Erdgeschoß den Handsatz von Bleilettern veranschaulichen, und den Druck eines ganzen Gedichts auf Büttenpapier vorführen. Einige gedruckte Künstlerbücher, darunter etwa Hölderlins ISTER- oder Donau-Hymne,werden zum Vergleich zu sehen sein.

15. März 2020, 11 Uhr

Ateliers im Alten Schlachthof
Sigmaringen, Georg-Zimmerer-Str. 7