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Pirckheimer-Blog

Di, 26.08.2008

Schrift in Form

Symposium Schriftdesign und
Ausstellung internationaler Schriftdesigner


2008 ist ein Jahr, das an große Schriftgestalter erinnert: Vor 130 Jahren wurde Paul Renner geboren, Hermann Zapf begeht seinen 90. Geburtstag, Adrian Frutiger seinen 80.
40 junge Schriftgestalter sind ihre würdigen Nachfolger geworden -das zeigt das Klingspor Museum in Abstimmung mit der Vereinigung seiner Freunde in dieser Ausstellung mit Schriften aus aller Welt. Damit wird der Bedeutung der Schriftgießerei Gebr. Klingspor Rechnung getragen und der Rolle, die sich daraus für das Museum als einer der bedeutendsten Sammlungen für die Schriftgestaltung des 20. Jahrhunderts ergeben hat.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit Linotype GmbH, Bad Homburg, und TYPOSITION., Offenbach am Main.

è Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach
Ausstellung: 3. - 26. September 2008
Symposium: 6. - 7. September 2008

Fr, 15.08.2008

Die schönsten deutschen Bücher 2008

Die Stiftung Buchkunst lädt ein zur Teilnahme am Wettbewerb »Die schönsten deutschen Bücher 2008«. Der Wettbewerb richtet sich an Verlage, Buchgestalter/innen und die produzierenden Betriebe.

Beurteilt werden die Qualität des Buches in Hinblick auf Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung sowie der ästhetische Gesamteindruck.

Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2008. Eine Expertenjury wählt Ende November die Prämiierungen aus. Buchgestalter/innen unter 32 Jahre können sich zusätzlich zum »Förderpreis für junge Buchgestalter 2008« bewerben. Die Anmeldung erfolgt unter Einsendung eines Exemplars des jeweiligen Buches und des dazugehörigen ausgefüllten è Formulars.

è Stiftung Buchkunst
Adickesallee 1
60322 Frankfurt am Main
Telefon 069.1525.1801
Fax 069.1525.1805
* Stiftung Buchkunst


Sommerfest für die Kunst

In Wurzbach findet am 23. August 2008 ab 15:00 Uhr ein Sommerfest für die Kunst statt. Das Kunsthaus Müller übergibt an diesem Tag ein Kunstwwerk an die Stadt Wurzbach.

Michael Fischer-Art bemalt einen Turm, das alte Trafogebäude der Stadt. DER TURM soll ein Projekt "Bürger für Bürger" werden. Gleichzeitig beginnt die Ausstellung seiner Werke, die bis zum 12. September 2008 zu sehen sein wird und auch die Kunst auf der Wäscheleine ist traditionell mit dabei.

Für die musikalische Umrahmung sorgen Gerd Schenker, Mitglied des MDR-Sinfonieorchesters und Friedrich Schennker, Mitglied der Akademie der Künste.

Die Vereine von Wurzbach halten weitere Überraschungen für die Sinne bereit. Eine Lithographie von Michael Fischer-Art kann zum Vorzugspreis von 60 € erworben werden (nach der Ausstellung 90 €).


è
Kunsthaus Müller
Galerie für zeitgenössische Kunst
Markt 6
07343 Wurzbach/Thüringen
*
Verlag Bärbel Müller

Do, 14.08.2008

Miye Lee - Individuum und Masse


Die Malerin Miye Lee wurde 1970 in Jeonju geboren. Ihre Kompositionen verkörpern die besondere Kunst der "Frei-Raumgestaltung" ihrer Herkunftskultur Südkorea. Die abstrakten Bilder sind Momentaufnahmen impulsiver Interaktionen. Hauptthema der Künstlerin sind die zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie sieht das Individuum im Problemfeld zwischen Kollektivismus und Anonymität. Die formal stark reduzierten Bilder präsentieren eine klare Gestaltung in Verbindung mit harmonischer Farbigkeit. Ihre Porträts von Kindern und Erwachsenen sind von fotorealistischer Präzision mit Betonung prägnanter Details. Die pastellige Farbgebung unterstreicht die gefühlsbetonte Stimmung. Die dargestellten Menschenbilder befinden sich in einem Schwebezustand, der zu assoziativen Interpretationen anregt. Das Grundthema der Künstlerin, das Einzelwesen in der Masse, wird in ihren Kinderporträts sehr einfühlsam dargestellt. Der Ausdruck der fast abweisend traurigen Kinderaugen lässt den Abstand zum Betrachter rasch schwinden und löst in ihm, wenn auch mit leichter Melancholie, ein tiefes Verständnis für die romantische Sehnsucht der Künstlerin nach einem besseren Zusammenleben aus.

è
Galerie Frenhofer
Friedrichstraße 232
D-10969 Berlin
Phone +49.30.816 111 47
*
Dr. Ulrike Oppelt

30. August bis 20. September 2008
Di. - Fr. 14 -18 Uhr und Sa. 12 -16 Uhr

Di, 22.07.2008

Salon Fantastique

Einzelausstellung von Christina Gschwantner

Nichts muss bleiben, was es ist oder sein soll. Dies ist die Prämisse, die der künstlerischen Position Christina Gschwantners entspricht. Ihr Spiel mit und auf der Leinwand zeigt das Entstehen ihrer eigenen Welt und Vorstellungen. Wiederholt überarbeitet sie ihre Bilder mit dem Resultat des schöpferisch Unerwarteten. Zufall oder Unfall? Plötzlich geht es zentral um den Prozess der Transformation. Neue Dinge entstehen und verändern sich zu sonderbaren Wesen und Gestalten. Figuren, dem Realen oder Fiktiven entsprungen, erscheinen uns fremd oder vertraut.

Buntfarbig, in pittoresken, zarten und sanften Tönen, emotional unaufdringlich, bringt der Anschein des Naiven Bewegung in die Phantasie. Die Interpretation verlangt zudem noch ein Quentchen Humor für das Prinzip des Spielerischen.

Die wundersamen Gestalten der Künstlerin lassen eine einfühlsame kindliche Vorstellungskraft vermuten. Neugieriges Staunen und lustvolles Spielen geben reichlich Anreize zu Neuinterpretationen. Christina Gschwantner ist nicht nur im Bereich der Malerei tätig, sondern auch als Grafikerin und Illustratorin. Das illustrativ Malerische birgt manch heitere Überraschung und bereichert das assoziative Gedankenspiel der Betrachter.

è
Galerie Frenhofer e.V.
Friedrichstraße 232
D-10969 Berlin
Phone +49.30.816 111 47
* Dr. Ulrike Oppelt

2. bis 23. August 2008
Di. - Fr. 14 -18 Uhr und Sa. 12 -16 Uhr

Di, 15.07.2008

Bertolt Brecht in Buchkunst und Graphik

Die Ausstellung aus der Sammlung unseres Mitglieds Volkmar Häußler, Jena/Nitschareuth, wird vom 20 Juli bis 21. September 2008 im Unteren Schloss Greiz gezeigt.

Zur Eröffnung am 20 Juli 2008 um 11:00 Uhr spricht unser Mitglied Harald Kretzschmar.

Di - So 10:00 - 17:00 Uhr
è Unteres Museum Greiz
Burgplatz 12
07973 Greiz

Pressendruck der Pirckheimer-Gesellschaft

Herausgegeben von der Pirckheimer-Gesellschaft e.V. erschien vor wenigen Monaten
Vor den Ruinen.
Fünf Gedichte von Volker Braun
und [drei ganzseitige] Kaltnadelradierungen von Claudia Berg.


Die Auflage beträgt 40 von dem Autor und der Künstlerin signierte Verkaufsexemplare sowie 10 römisch numerierte Künstlerexemplare. Das Buch im Format von 22 mal 28 Zentimeter wurde gestaltet von Claudia Berg und Prof. Helmut Brade, Halle-Giebichenstein. Axel Möbest hat es im Bleisatz gesetzt und gedruckt, der Druck der Radierungen erfolgte durch Heiner Bunte, ebenfalls Halle.


Die Gedichte sind Reflexionen Volker Brauns über einen Mexiko-Aufenthalt und erscheinen hier im Erstdruck. Begleitet werden sie durch ganzseitige Kaltnadelblätter der Hallenser Künstlerin Claudia Berg.

Der Vorzugspreis für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft beträgt 150 Euro, der Preis für Nichtmitglieder 250 Euro. Bestellungen werden direkt bei der Pirckheimer-Gesellschaft erbeten.

* Bestellung
è
Claudia Berg

Mi, 25.06.2008

Ausstellung: Sommerloch

So kommen Sie in diesem Sommer doch noch ans Wasser. Wasser ist nicht nur das stärkste, sondern auch das wandlungsfähigste der Elemente. Es ist zwar knapp, kann jedoch unsere Phantasie gewaltig in Fluss bringen. Die Galerie Frenhofer Berlin hat dem Wasser eine anregende Ausstellung gewidmet. Die Ausstellung, die am Freitag, den 4. Juli um 19:00 Uhr eröffnet wird, wurde von den Künstler/Innen dieser Produzentengalerie konzipiert. Keiner der Künstler/innen wusste im Vorfeld, wie die anderen dieses Thema interpretieren würden.

Die Ausstellung zeigt eine "freie" Mischung zum vorgegebenen Thema. So wie die am Wasser lebenden „Eisvögel“ (Christina Gschwantner) kleine Fische durch Tauchflüge jagen, so können nun auch Sie im Tauchflug einige Kunsthappen aufspießen.
Katrin Günthers „Haus des Tauchers“ könnte Ihre Urlaubsträume erfüllen: es liegt zwar noch trocken, jedoch direkt neben dem „Garten am See“ (Christine Keruth) und dem „Prinzenbad" (Raymond Unger) – mit übersprudelnder Lebenslust.
In den Bildern „Landschaft 004“ von Miye Lee oder in den „Atmospärische Erinnerungen“ von Christine Sophie Bloess können sie unter verschiedenen Aspekten ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Erinnerungen können wie Dunst um uns herumschweben, können sich aber auch im Wassergrund vernetzen wie die typischenschwarzen Tuschezellen in Manfred Heinzes konzeptioneller Arbeit „Bohrro (A-L)“.
Ironisch erfrischende Ölkreidezeichnungen von Frank Neye (Eiswürfel im Pool), eine beunruhigende Aktfigur vor düsterem Meereshimmel („Der Schrei“, Rolf Ohst) und ein Paradies im Bau von Lutz Brandt, der die Vorstellung pflegt, dass es in Berlin immer wärmer wird, zeigen die Ideenvielfalt der Künstler/innen.

Künstler/ Artists Jennifer Baumeister - Christine Sophie Bloess - Lutz Brandt - Christina Gschwantner - Katrin Günther - Manfred Heinze - Karl-Heinz Kautzinski - Christine Keruth - Miye Lee - Frank Neye - Rolf Ohst - Raymond Unger

Dr. Ulrike Oppelt

è
Galerie Frenhofer
Friedrichstraße 232
D-10969 Berlin
Phone +49.30.816 111 47
* Dr. Ulrike Oppelt

5. bis 26. Juli 2008
Di. - Fr. 14 -18 Uhr und Sa. 12 -16 Uhr

Fr, 20.06.2008

Edition ZWIEFACH

Linde Kauert und Heinz Hellmis
Einzelblätter-Graphiken und Malerei




Das Kunstreich am Pergamonmuseum zeigt vom 26. Juni bis 27. Juli 2008 in der Ausstellung Seitenweise die bibliophilen Ausgaben und Bücher der Künstler-Edition ZWIEFACH.
Vernissage Donnerstag, 26. Juni 2008 um 19:00 Uhr

è
Kunstreich am Pergamonmuseum
Berlin Mitte
Am Kupfergraben 6
Mo 12:00-19:00 Uhr
Di-So 11:00-19:00 Uhr

è
Edition ZWIEFACH
*
Linde Kauert

Mi, 14.05.2008

Henning Loeschcke

Henning Loeschcke I Malerei "Still – Leben?"
Ausstellungsdauer: Vom 21. April bis 31. Mai 2008
Einladung zum Diskutieren und Nachdenken
...wenn in lauter Zwecken die Dinge verloren gehen…
über Henning Loeschckes Bilder.
Mittwoch, den 21. Mai 2008, um 18.30 Uhr
Eintritt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro



Für all jene, die die Ausstellung noch nicht genießen konnten:
Einladung zur Finissage der Ausstellung
»Still – Leben!« von Henning Loeschcke.
Samstag, den 31. Mai 2008, um 17 Uhr
bei Kaffee + Kuchen

è
Galerie Borchert+Schelenz
Di - Fr 11:00 - 19:00 Uhr
Sa 11-16:00 Uhr
*
Uliane Borchert / Thomas Schelenz
Langenscheidtstraße 4
10827 Berlin
Telefon 030 787 188 46

Mi, 07.05.2008

ÖNB - Blutige Geschichte(n)

 

Ein kulturhistorischer Streifzug durch die Welt der Verbrechen

Ausstellung im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek
8. Mai bis 2. November 2008

Blut gehört zum Kitt der Weltgeschichte (Theodor Fontane). Geschichte wird über weite Strecken von Kriegen, Völkermorden oder auch Attentaten bestimmt. Das geschriebene Wort bildet neben dem mündlichen Tradieren und Bildquellen eine Voraussetzung für die Überlieferung von Geschichten.

Die Ausstellung im Prunksaal thematisiert anhand eines kulturhistorischen Streifzugs das Phänomen Gewaltverbrechen mit den verschiedenen Ursachen und Folgen, wobei die Vielfalt der Sammlungen der Österreichischen National-bibliothek unterschiedliche Zugänge ermöglicht: Kostbare Handschriften, Bücher und Fotomaterial belegen das besondere Interesse der Menschheit an dem weitläufigen Thema, das vom Attentat über Heiligenmartyrien, Kannibalismus, Lynchjustiz, Meuchel- und Ritualmorde bis hin zum Völkermord reicht. Ein Grund für das Interesse am Thema liegt in der Natur des Menschen selbst, wie schon Goethe mutmaßte:
"Ich kann mir kein Verbrechen vorstellen, das nicht auch ich hätte begehen können!"

Unterschiedlich wie die Gewaltverbrechen selbst, erweisen sich die Beweggründe: „Aus der richtigen Perspektive betrachtet, verdient jeder Mensch den Tod." (Jack London). Die facettenreiche Ausstellung, die neben theologischen Aspekten auch das weite Feld der Rechts-, Kunst- und Kulturwissenschaften, der Ethnologie und Soziologie betritt, gewährt auch drastische Einblicke in das Polizei- und Gerichtswesen. So wie sich die Geschichtsschreibung als eine Abfolge kriegerischer Konflikte liest, basiert die aktuelle Tagesberichterstattung auf immer neuen kriminellen Episoden, wobei Mord und Totschlag die Schlagzeilen bestimmen – Bad news are good news. Blutige Geschichten finden sich in allen gesellschaftlichen Schichten, die Gründe für Mord und Totschlag sind in den großen Menschheitsmythen vorgezeichnet: Hass, Rache, Neid, Eifersucht, Missgunst, Ausgrenzung oder politisches Kalkül.


Mit dem biblischen Brudermord Kains an Abel werden die BesucherInnen in das Thema eingeführt. Gewalt richtet sich in der Folge auch gegen die ersten unbeirrbaren Nachfolger Christi, das weite Feld der Heiligenmartyrien ist in zahlreichen prachtvollen Handschriften dokumentiert.

Die Gründe für Menschenopfer, Ritualmord und Kannibalismus bilden weitere Anknüpfungspunkte zum Thema, das hier religiöse Absichten mit ethnologischen Traditionen verknüpft. In allen wichtigen Mythen finden sich Menschenopfer – zumeist als höchste Loyalitätsbezeugung gegenüber göttlichen Mächten, wobei sich der Bogen von Abraham und Isaak bis hin zu Iphigenie spannen lässt. Die antike wie auch nordische Mythologie stellen Heldengestalten wie etwa Odysseus, Achilleus oder Siegfried vor, die sich nicht nur durch besonderen Mut, sondern oft auch durch atemberaubende Grausamkeit im Kampf auszeichnen. Diese Präfigurationen des Heldentypus prägten Generationen und bringen immer neue, noch blutrünstigere Nachahmer hervor.
Starke Frauen mit ihren sprichwörtlichen „Weiberlisten“ stehen zwar im Schatten dieser Heldengestalten, führten aber ebenso bizarre Morde aus – oft an mächtigen bzw. physisch überlegenen Männern: Dalila bringt etwa den Riesen Samson zu Fall, Judit den Feldherrn Holofernes, Salome den heiligen Johannes. Auf der Verliererseite standen hingegen Frauen, wenn der Verdacht des Hexenzaubers erhoben wurde.

Die Frage nach einem gerechten Mord an Despoten, Tyrannen, Diktatoren und sonstigen Machthabern, die sich als Schlächter und Menschenverächter entpuppen, stellte sich ebenfalls schon früh in der Menschheitsgeschichte. Die Bandbreite reicht vom Tyrannenmord in der Antike bis zum Attentat. In der Ausstellung werden Opfer und Täter thematisiert, die Heroisierung von Attentatsopfern (z.B. Kaiserin Elisabeth von Österreich in Genf, 1898) oder auch die Instrumentierung von missglückten Attentaten als Zeichen göttlicher Fügung.

In der Folge wendet sich die Schau dem weiten Feld der Kriminalistik zu – mit Verbrecherkarrieren, Verbrecherphysiognomien, dem Polizeiwesen mit seinen technischen Fortschritten, der Rechtssprechung oder auch dem Gewaltmonopol des Staates.

So wie die Literatur nahmen sich auch die Medien bald der Welt des Verbrechens an, wobei das Interesse nicht allein dem Verbrechen galt, sondern auch dem Täter und seinen Motiven. Im Zuge der Aufklärung spielte man sich von moralisierenden Zwängen frei, um sich der genial-bestialischen Seite des Verbrechers zuwenden zu können. Damit war die Geburtsstunde des Kriminalromans eingeläutet. Neugierde, Sensationslust, kaltes Schaudern oder geheime Bewunderung für besonders raffiniert eingefädelte Gewalttaten bzw. „geniale Schlechtigkeit“ sind die Ingredienzien, die schließlich der Gattung des Kriminalromans den bis heute ungebrochenen Erfolg brachten.
Die sich im 20. Jahrhundert etablierenden neuen Medien, wie Film, Radio, Fernsehen, Videospiele besiegelten den Triumph des Krimis als quotensicheres, einträgliches Unterhaltungsmedium. So produzieren SchreibtischtäterInnen unermüdlich neue Fälle: Seit Lucrezia Borgia bin ich die Frau, die am meisten Menschen umgebracht hat, allerdings mit der Schreibmaschine (Agatha Christie (1890-1976).

Den Abschluss der Ausstellung bildet eine Gegenüberstellung von Gewalt-phantasien und Friedensutopien mit Mahatma Gandhis Warnung:
„Auge um Auge – und die ganze Welt wird blind sein.“

 


è Österreichische Nationalbibliothek
Tel. (+43 1) 534 10-270
Ausstellung: 8. Mai – 2. November 2008

Das Buch zur Ausstellung ist an der Prunksaalkasse und im Buchhandel erhältlich (EUR 19,90)

Di, 22.04.2008

Zwei Bücher von Wolfgang Windhausen

Ein Künstlerbuch und eine lyrische Reportage aus Tibet
Von unserem Mitglied, dem Duderstädter Autor und Menschenrechtsaktivisten Wolfgang Windhausen ist in der Bochumer Edition Wort und Bild in der Reihe Bibliophile Künstlerbücher, der vierte Band erschienen. Eine illustere Schar von Künstlern schuf originalgraphische Beiträge zu Gedichten des Lyrikers. Der Band mit dem Titel Vorboten eines Erinnerns enthält eine Radierung von H D Gölzenleuchter, der auch den Einbandholzschnitt arbeitete, ein Originalfoto von Harald Hauswald, einen zweifarbigen Siebdruck von Gerda Lepke, eine Radierung von Harald Metzkes, einen handkolorierten Druck von Ronald Paris, eine Radierung von Dagmar Ranft Schinke, eine handkolorierte Radierung von Volkmar Schulz Rumpold, eine farbige Zeichnung / Collage von Kay Voigtmann und einen Druck mit Schablonenzeichnung von Louvada Yang – alle Arbeiten sind von den Künstlern signiert und zum Teil numeriert – sowie einen Druck der letzten Lithographie (Selbstportrait aus dem Nachlaß) von Wolfgang Mattheuer. Das Buch ist in einer Auflage von 25 Exemplaren erschienen und kostest 260 Euro.

Monate vor dem jüngsten Aufstand in Tibet reiste Windhausen zum Dach der Welt, um die Kultur und Menschenrechtssituation der Tibeter näher kennenzulernen. Als Ergebnis entstand die lyrische Reportage Aufstieg nach Tibet, die der Autor mit eigenen Fotos versah und in einfacher Form reproduzierte. Wie das bibliophile Künstlerbuch ist der Pappeinband mit einem Originalholzschnitt von H D Gölzenleuchter eingebunden. Ein signiertes Originalfoto Morgenstimmung am Barkhor in Lhasa/Tibet liegt bei. Das Buch kann gegen eine Spende von 20,- Euro für ein Kinderheim für Tibetische Flüchtlingskinder in Dharamsala beim è Autor bezogen werden.
(Carsten Wurm)

è Wolfgang Windhausen
* E-Mail

Ausstellung: ahn sang-soo

Die Schönheit der Hangul-Schrift

ahn sang-soo (*1952) ist vor allem durch seine wegweisenden Arbeiten zur koreanischen Schrift bekannt geworden und gehört zu den weltweit bekanntesten Gestaltern Koreas und des asiatischen Kulturkreises. Seine grafischen und typografischen Werke sind mit hohen internationalen Preisen ausgezeichnet worden und in allen neueren Werken zur Geschichte des Grafik-Designs und der Typografie abgebildet. Zuletzt wurde Ahn der Gutenbergpreis der Stadt Leipzig verliehen.
ahn sang-soo macht nicht nur die Formensprache des Hangul ansichtig. Vielmehr ist es sein soziales Engagement, das in seinen Arbeiten deutlich wird. Insbesondere die Themenstellungen in Zeitschriften und sie begleitenden Plakaten macht den kritischen Blick für die politische Umwelt sichtbar. Auch die Visualisation des Hangul-Tags stellt immer wieder den Bezug zu den realen Lebens- und Naturräumen Koreas her.

è Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach
ahn sang-soo: 23.04.2008 bis 22.06.2008

Mi, 16.04.2008

Malerbuchausstellung in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Horst Antes – Dieter Hoffmann
Dokumente einer Freundschaft

Gezeigt werden Künstlerbücher, die der bildende Künstler Antes gemeinsam mit dem Lyriker Hoffmann hergestellt hat. Beide kennen und inspirieren sich schon lange – 1963 lernten sie sich als Stipendiaten der Villa Massimo in Rom kennen. Antes zeichnete zu den gerade entstandenen Gedichten und es entstand das Italien-Buch für Ilka. Und auch Hoffmann läßt sich umgekehrt von Bildern zu Gedichten anregen, zu bestaunen im Stierstädter Gartenbuch, das Pappschablonen- und Pflanzen-Drucke von Horst Antes enthält.

Berühmt wurde Horst Antes mit seinen als Kopffüßler bezeichneten Figuren. Er lebt und arbeitet in Karlsruhe, Berlin und Italien. Dieter Hoffmanns vielschichtiges Lebenswerk zeichnet sich aus durch den freundschaftlichen Dialog mit vielen Künstlern, immer wieder läßt er sich auf fruchtbare Begegnungen zwischen Sprache, Kunst und Buch ein, experimentiert mit den Worten und ihrer Darstellung im Buch. Er lebt und arbeitet in Frankfurt a.M.
(Dr. Anne Tilkorn)

Ausstellung im Malerbuchkabinett
dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr
è
Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Lessingplatz 1
38304 Wolfenbüttel
Tel.: +49 5331 808 213
mail

Zum Gedenken


Freunde der Buchkultur,

Bücher sind eine dauerhaftere Form des gesprochenen Wortes, von Gedanken und Meinungen, Anschauungen und Empfindungen.
Bücherverbrennung(en) - sei es eher altertümlich in wirklichen Flammen oder auf andere zweckdienliche Weise - betrifft uns. Alle, immer, überall, jederzeit, in jeder Form, auf jede Weise und mit jeder besonderen, wie auch immer schöngeredeten 'guten' Absicht.
Wir möchten deshalb pars pro toto an ein in dieser Reihe herrausragendes Ereignis erinnern. Tue ein jeder [m/w], was ihm möglich ist. Daß man noch sagen, schreiben und veröffentlichen darf, was man denkt - und auch denkt, was man sagt, schreibt und publiziert.
Eine Reihe von Veranstaltungen in der Stadtbücherei (23./24./26. April 2008, 7. Mai 2008) hält die Erinnerung lebendig und das Bewußtsein wach.


Eine etwas ausführlichere Darstellung der Ereignisse vor 75 Jahren in Ludwigshafen am Rhein enthält Band 2 der Stadtgeschichte von 2003 (Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein, Kapitel 11, S.185ff; Abb. 1 und 13; Ludwigshafen a. Rh. 2003).
(Marita Hoffmann)

è Initiative Buchkultur: Das Buch e.V.
c/o Llux
Postfach 25 02 09
67034 Ludwigshafen