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Pirckheimer-Blog

Do, 09.07.2020

Foto: Büchergilde Buchhandlung und Galerie Ffm

50 Jahre Maro-Verlag

Toll, neu und geheftet: Die nigelnagelneuen „MaroHefte“ bebildern spannende Essays und setzen die Tradition der „Tollen Hefte“ fort!

Zu seinem 50. Jubiläum setzt der wundervolle, unabhängige MaroVerlag die „Tollen Hefte“ mit erstklassig illustrierten Essays als „MaroHefte“ fort: im gleichen Format, sorgfältig knotengeheftet und originalgrafisch gedruckt treffen hier Essays auf Illustrationen: spannend, aktuell – und aufregend bebildert (inkl. Plakat oder Lesezeichen)!

Als MaroHeft #1 gibt es eine Konsumkritik: Jörn Schulz / Marcus Gruber: Wer von Euch ohne Sünde ist, werfe das erste Quinoabällchen – ein käufliches Heft`.

"Hört auf zu fliegen! Kauft Äpfel aus deutschen Landen! Boykottiert die Currywurst! Die Idee, dass ein »nachhaltiges« Konsumverhalten die Welt rettet, prägt die Diskussion über die Klimakrise. Der Appell, die »Macht der Verbraucher« zu nutzen, gerinnt jedoch zu einer Ideologie, die auf falschen Annahmen beruht. Denn auch die neue deutsche Hoffnung des »Grünen Kapitalismus« trägt die Logik der bestehenden Ökonomie weiter. Der Glaube an die Wirksamkeit des »nachhaltigen« Konsumverhaltens rettet nicht das Klima, sondern den Kapitalismus."
(
Klappentext)

Und in MaroHeft #2 wird ein quatschiger Mythos verworfen, der die Menschen seit Jahrhunderten verwirrt: Olivia Hälterlein / Aisha Franz: Das Jungfernhäutchen gibt es nicht – ein breitbeiniges Heft.

Wie schön! Und was für eine Freude, dass es wieder so etwas wie die Tollen Hefte gibt, deren erste Ausgaben auch schon im Maro Verlag erschienen waren!
Lieber Maro-Verlag, alles Gute zum 50., danke für die neuen tollen MaroHefte und macht bitte weiter so!

(Wolfgang Grätz)

Mo, 06.07.2020

Gera ostmodern zwei

Das enge Verständnis sieht Kultur hingegen nur dort, wo es um Wert geht. … Kultur und Wert hängen untrennbar miteinander zusammen. Im Feld der Kultur wird bestimmten Dingen ein Wert zugeschrieben, sie werden mit Wert aufgeladen und anderen wird Wert abgesprochen.
(Andreas Reckwitz)

Von solchen Prozessen der Wertzuschreibung oder Entwertung sind Projekte, die sich der Nische und der Erinnerungskultur verschrieben haben, wie das Buch „Gera ostmodern“ – das in zweiter Auflage erscheinen soll – in verschiedener Weise betroffen. So muss es sich in Zeiten der Krise nicht nur wie alle Kunst und Kultur gegen die Sphäre des Nützlichen durchsetzen, die zum Beispiel der Automobilindustrie zugesprochen wird, sondern auch gegen die Vorstellung einer am klassischen Kanon orientierten Hochkultur behaupten. Zudem wendet sich „Gera ostmodern“ dem Profanen, Alltäglichen zu. Jedoch anstatt zu entzaubern, bringt es Überraschendes über Ansichtskarten aus der DDR und deren kulturgeschichtliche Bedeutung zutage und rekonstruiert im weitesten Sinne ostmoderne Stadträume – obwohl für viele Menschen identitätsstiftend, steht eine kritische Neubewertung des Umgangs mit der Nachkriegsarchitektur der DDR durch eine größere Öffentlichkeit hier noch aus. 

„Gera ostmodern zwei“ ist in vielerlei Hinsicht ambitioniert: Ausgehend von der Idee der Nische und der von Christoph Liepach zusammengetragenen Sammlung von DDR-Ansichtskarten soll es zwar einen multiperspektivischen Blick – den persönlichen inbegriffen – auf die Ostmoderne in Gera werfen. Aber auch das Typische der Umgestaltung der DDR, der Architektur und Bildsprache vermitteln sowie an verschwundene Architekturen und vergessene Fotograf*innen erinnern. Die Ansprüche an das Buchdesign sind ebenso hoch wie an die begleitenden, kritisch einordnenden Texte, die keine Geringeren als der Publizist Ben Kaden und Denkmalpfleger Dr. Ing. Mark Escherich beisteuern. 
Um die zweite Auflage realisieren zu können, haben wir eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, die noch bis zum 15. Juli 2020 aktiv ist. Weitere Informationen zum Buch und Ablauf der Kampagne hier: Spendenaufruf.

(Christoph Aurora Liepach und Bea Nielsen)

Do, 02.07.2020

KLAUS ENSIKAT UNTER DER LUPE - II

Die Bücherkinder Brandenburg stellen ihr neuestes Projekt "Klaus Ensikat unter der Lupe" vor - in heutigen schwierigen Zeiten nicht wie geplant auf der Leipziger Buchmesse oder direkt vor den Pirckheimern, sondern virtuell.
Der Film der Bücherkinder existiert in zwei Fassungen - einem kürzlich hier eingestelltem 5-minütigen Kurzporträt und einer fast 10-minütigen Langfassung mit dem Gespräch zwischen Denis Scheck und Klaus Ensikat, das hiermit veröffentlicht wird.

Mi, 01.07.2020

Warum Lesen, Hg.: Frank Wegner, Katharina Raabe, Suhrkamp-Verlag 2020, Gebunden, 347 Seiten, ISBN: 978-3-518-07399-5

70 Jahre Suhrkamp

Vor 70 Jahren, am 1. Juli 1950, erfolgte die Gründung des Suhrkamp Verlags durch die Eintragung in das Handelsregister Frankfurt am Main.

Zuvor hatte Peter Suhrkamp sich mit dem S. Fischer Verlag, den er während der Zeit des Nationalsozialismus in »Treuhänderschaft« geführt hatte, auf einen Vergleich geeignet: 48 Autoren durften darüber entscheiden, ob sie sich dem neuen Verlag anschließen wollten. 33 von ihnen, darunter Hermann Hesse und Bertolt Brecht folgen Peter Suhrkamp, am 8. September 1950 kann das Eröffnungsprogramm vorgestellt werden. Unter den ersten im Suhrkamp Verlag erscheinenden Büchern sind schließlich Ausgewählte Essays von T. S. EliotMax Frischs Tagebuch 1946-1949, Hermann Hesses Das Glasperlenspiel und Walter BenjaminBerliner Kindheit um Neunzehnhundert – Autoren und Bücher, die den Verlag durch seine nunmehr 70 Jahre Geschichte bis heute begleiten.

(Quelle: Verlagshomepage)

"ICH WILL ABER DIE NEUE WEBSITE DER EDITION EINSTEIN ZUERST SEHEN!"

Relaunch: Edition Einstein

Nach vielen Monaten und langem Abwägen trefflicher Ideen sowie unter fachkundigerFührung der Damen von der designerei-hameln ist die Erneuerung der Website der Edition Einstein - Galerie für Buchdruckkunst jetzt abgeschlossen und für jedefrau und jedermann zugänglich unter editioneinstein.de.

In der Zwischenzeit - auch aufgrund der Kreativ-Quarantäne - sind viele neue Druckwerke, Graphikblätter und experimentelle Objekte entstanden, die ihre Liebhaber gefunden haben, in Ausstellungen einem zahlreichen Publikum präsentiert wurden oder gar Eingang gefunden haben in die weltberühmte Bibliothèque nationale de France.

Die seit etlichen Monaten für den kommenden Oktober geplante Ausstellung in unserer Galerie mit seltenen Farblinolschnitt-Bilderbüchern und dem besonderen Schwerpunkt der 13 Bilderbücher des Hamelner Schriftsetzermeisters Dieter Bradt kann nach derzeitiger Einschätzung der Corona-Situation wohl eher nicht stattfinden. Dazu gibt es aber im Laufe des Sommers noch eine endgültige Information.

Unabhängig von dieser Problematik ist es inzwischen wieder möglich, an einer Führung durch die historische Druckerei oder an einem Workshop teilzunehmen. Interessierte Personen bitte ich, sich frühzeitig dafür anzumelden.

(Hans Witte)

Edition Einstein
Galerie für Buchdruckkunst
Deitlevsen 1, 31860 Emmerthal

Werkverzeichnis Tina Flau

Die Potsdamer Künstlerin Tina Flau hat, durch die äußeren Umstände bedingt, die letzten Monate genutzt und ihr grafisches Werk in eine neue Fassung gebracht: professionelle Reproduktionen der Grafiken sind in einen umfangreichen Katalog gemündet. In diesem sind die Tiefdruck- und Zeichnungsserien von 25 Jahren zusammengefaßt. 

Der hochwertige Katalog wurde vor Ort gestaltet und umweltschonend gedruckt (Druckerei Rüss Potsdam) enthält 252 farbige Abbildungen, Vorwort und Begleittexte in Deutsch und Englisch. 

88 Seiten, 30 x 21 cm, Hardcover, Fadenheftung. 
29 € (zzgl. Porto *) 
Vorzugsausgabe mit einem OriginalTiefdruck nach Wahl (siehe hier): 99 € (zzgl. Porto*)
 innerhalb Deutschland 3 € Bestellungen erbeten an: 

Atelier Tina Flau
Sonnenlandstrasse 15, 14471 Potsdam 
post@tina-flau.de

Sa, 27.06.2020

Die Pirckheimerin Nora Doering (rechts) vor dem, von ihrer Oma Thea Kobs-Lehmann geschaffenen, zweifarbigen Holzschnitt auf Vlies "Aufbau", 1983

Aus der Sammlung des Kunstarchivs Beeskow

Heute fand in Beeskow die Vernissage einer von zwölf "Laien"kuratoren gestalteten Ausstellung mit Exponaten aus dem Kunstarchiv Beeskow statt.
Jeder der sechs am 2. Teil der Ausstellung beteiligten Kuratoren wählte aus den Beständen zu den Themen ZusammenlebenLandschaft, Frau in der Gesellschaft und Urbaner Raum je ein Bild aus, ausschließlich gelenkt durch sein oder ihr individuelles ästhetisches Empfinden.

Es handelte sich um die zweiten Teil  zum Thema "Alle in die Kunst" (klick untenstehendes Schlagwort "Kunstarchiv Beeskow") und es wurde mit dieser Vernissage auch die Eröffnung des ersten Teils dieser Ausstellung nachgeholt, die Corona zum Opfer fiel und ein Ausstellungsbesuch nur virtuell möglich machte und macht.
(ad)

Do, 25.06.2020

Aus dem Antiquariat 2/2020

Das aktuelle Heft Aus dem Antiquariat, welches auch alle Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst erhalten, wird derzeit ausgeliefet.

Beiliegend neben einer Einladung, Mitglied der Verlagsgenossenschft der Büchergilde zu werden, die auch bereits den Marginalien beilag, findet sich im Heft die Mitteilung der Maximilian-Gesellschaft, dass aufgrund des ausgefallenen Jahrestreffens mit Mitgliederversammlung die Wahl des Vorstandes im Frühherbst als Briefwahl stattfinden wird.

In der AdA  2/2020 finden sich neben den üblichen Rubriken wie Antiquariat, Katalognotizen und -besprechungen, Rezensionen und Allgemeines 2 Berichte über "Maigret auf Deutsch" von Hans Altenhein und eine Betrachtung zu einem Kindergedicht von Thomas Mann (Dirk Heißerer), auch ein Rückblick auf "Das Seminar für Antiquare seit 1971"von Björn Biester.

Das für mich interessanteste war allerdings die Wiederentdeckung eines Textes von Alfred Polgar mit dem Titel "Bücher", veröffentlicht 1927 in "An den Rand geschrieben", der von der Maximilian-Gesellschaft dem Heft beigelegt wurde.

(ad)

Mi, 24.06.2020

Sigrid Noack: Don Quijote und Sancho Pansa, Foto © Michael M. Heyers

Mythische Wesen und magische Orte

Unter diesem Titel wird in Wünsdorf bei Berlin am Sonnabend eine Ausstellung mit Tafelbildern, Arbeiten auf Papier, Künstlerbücher und Objekten der in Guben und Dresden tötigen Künstlerin Sigrid Noack eröffnet.

Seit vielen Jahren setze ich mich mit kulturhistorischen Inhalten auseinander – sowohl inner-, als auch außerhalb Europas.
Die Zeiten ändern sich, aber nicht die Menschen. Was uns die vor uns Lebenden hinterließen, ist von oft überraschendem Gegenwartsbezug. Das gilt gleichermaßen für Orte und Wesen.
Prähistorische Kunst und liebenswerte Gestalten des Ahnenkults weisen mit starkem Ausdruck auf moralische und soziologische Aspekte anderer gesellschaftlicher Lebensformen hin. Nicht das Abbild wird in ihnen kultiviert, sondern mit Expressivität eine Emotion erzeugt – eine, deren Erleben durch das Wissen gesteigert wird. Das ist, was ich auch den Betrachtern meiner Arbeiten wünsche.
So setzen mythische Wesen Kräfte ins Bild. So werden Landschaften, Stadtfragmente und Baudenkmäler zu Kraftorten. Selbst wer sich mit Eurozentrismus begnügt, weiß: Magie ist der Umgang mit Kräften.
Der wird abgehandelt im Wechsel von Tafelbildern, Arbeiten auf Papier, Objekten und Künstlerbüchern. Dabei bestimmt immer der Inhalt die gewählte Form und Technik. Breite und Tiefe schaffen intensive Auseinandersetzung mit Thema und Gegenstand.
Meine Reverenz an die Bücherstadt Wünsdorf besteht in der Präsentation einer Werkgruppe, mit der ich u.a. auch in internationalen Museen und Sammlungen vertreten bin: meiner Künstlerbücher (gut 60 sind es bis heute).

(Sigrid Noack)

Ausstellung vom 27. Juni bis 9. August 2020

NEUE GALERIE
Wünsdorf-Waldstadt, Gutenbergstraße 1, 15806 Zossen

Di, 23.06.2020

Reinhard Scheuble ist am 17. Juni 2020 gestorben

Im diesjährigen Magazin zur BuchDruckKunst ist noch ein Interview mit ihm zum 35jährigen Jubiläum der "Quetsche" abgedruckt, das nun zu einem unvorhergesehenen Nachruf wird. Damit ist ein streitbarer Drucker, Buchkünstler und Verleger gegangen, der auch ein schillerndes "Urgestein" der Szene war. Schade, daß wir uns "wegen Corona" nicht in Hamburg sehen konnten und nun eine Begegnung nicht mehr möglich ist. Es bleiben viele schöne Bücher und Anekdoten von gemeinsam verbrachten Messen ...

(Klaus Raasch)

Mo, 22.06.2020

Barbara Kindermann bei den Bücherkindern Brandenburg, hier mit Ralph Aepler und Klaus Ensikat, Juni 2019, Foto © ad

Verlegerin und Autorin Barbara Kindermann ist gestorben

Die Begriffe Klassiker für Kinder und Kindermann Verlag waren fast synonym, viele Projekte hatte sie sich noch vorgenommen. Überraschend ist am 21. Juni die Verlegerin Barbara Kindermann (64) gestorben. Die Gründerin des Kindermann Verlags in Berlin erlag einer tückischen Krankheit. 

Viele Projektideen hatte sie noch im Kopf, die sie verwirklichen wollte, denn Kindermann verstand es mit Hingabe, die Weltliteratur dem Nachwuchs zugänglich zu machen. Die Vermittlung war der promovierten Germanistin ein Herzensanliegen, weshalb sie auch 1994 den Kindermann Verlag gründete: Beruf und Berufung trafen hier zusammen. Stoffe der Weltliteratur erzählte die gebürtige Züricherin mit leichter Hand nach, ohne dabei die Komplexität der Handlung außer Acht zu lassen, und sie holte sich große Illustratoren, um Bild und Text gleichermaßen sprechen zu lassen - nicht zuletzt wurden viele Illustratoren durch ihre Hilfe zu Größen. In ihren Reihen "Weltliteratur für Kinder" und "Poesie für Kinder"  sind jedes Jahr  wunderbare Ausgaben zu Klassikern von Goethe und Shakespeare über Gottfried Keller bis Rilke erschienen, die oft ihrerseits auch schon einen Klassiker-Status erreicht haben.

(Börsenblatt Online)

"Klaus Ensikat unter der Lupe"

Die Bücherkinder Brandenburg stellen ihr neuestes Projekt "Klaus Ensikat unter der Lupe" vor - in heutigen schwierigen Zeiten nicht wie geplant auf der Leipziger Buchmesse oder direkt vor den Pirckheimern, sondern virtuell.
Der Film der Bücherkinder existiert in zwei Fassungen: einem 5-minütigen Kurzporträt, welches hier angezeigt wird und einer gut halbstündigen Langfassung des Gesprächs zwischen Denis Scheck und Klaus Ensikat, das zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht wird.

So, 21.06.2020

Das erste Heft der "Romanzeitung" erschien 1949 und stellte zuerst vor allem sowjetische Literatur vor. Ab Heft 36 erschien die "Romanzeitung" im Verlag Volk und Welt, Berlin und wurde internationaler. Bis 1990 erschienen 487 (!!) Nummern - Klassiker, Gegenwartsliteratur, Krimis, Science Fiction und mehr. Darunter auch Goethe, Dostojewski, Hemingway und DDR-Autoren. Foto © Annerose Kirchner

"Groschenhefte" in der DDR

In Gera wird derzeit unter dem Titel „Geliebt, gehasst, geduldet“ eine Ausstellung zu "Groschenheften" der DDR (der Titel "in der DDR" ist etwas irreführend) gezeigt.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurden die häufig in reißerischer Aufmachung und geringem literarischen Anspruch in der der BRD erscheinenden  Groschenromane auch in der DDR gern gelesen. Diese versuchte ab Mitte der 50er Jahre der Flut dieser Hefte etwas Vergleichbares entgegenzusetzen, indem DDR-Verlage vermehrt eigene Heftreihen veröffentlichten, allerdings mit dem Anspruch, anders und besser zu sein als die westdeutschen „Schmöker“. In den ersten Jahren unterschieden sich die ostdeutschen Reihen in ihrem äußeren Erscheinungsbild jedoch noch kaum vom kapitalistischen Gegenstück. Titel und grafische Gestaltung waren ähnlich aufreizend und verlockend ...
Mit rund 300 Objekten von Blaulicht, Das neue Abenteuer, kap (Krimi, Abenteuere, Phantastik), Meridian, oder der Romanzeitung wird als ein spannendes deutsch-deutsches Kapitel aus der Zeit des Kalten Krieges die Geschichte der in der DDR in Massenauflagen erschienenen Hefte, die nur in wenigen Fällen nach dem Lesen den Weg in den Bücherschrank fanden und heute begehrte, da rare Sammlerstücke sind, erzählt.

Ausstellung: 10. Juni – 18. Oktober 2020

Stadtmuseum Gera
Museumsplatz 1, 07545 Gera

Di, 16.06.2020

zur Arbeit der Bücherkinder Brandenburg

Wichtig ist doch, dass und was und wie Kinder lesen und, in unserem Fall, sogar selber schreiben, damit es andere lesen.

Das können durchaus Tolkins "Herr der Ringe sein", die Fantasy-Literatur überhaupt. Oder auch der gute Harry Potter mit dem Zauberer Newt Scamander, die ja beide auch in unserem Buch "Ensikat unter der Lupe" vorkommen.

Bei all der Übermacht der Werbung aber halte ich mit unserem kulturelllen Erbe dagegen und merke, die Kinder sind mit Schillers Räubern, dem Goethe - Faust für Kinder, dem Osterspaziergang und dem Knecht Ruprecht von Storm ebenfalls zu begeistern.  Das Beste muss den Kindern geboten werden! Ensikat gehört dazu.

Mich bewegt die Frage der Kognitionswissenschaftler: "Was wird aus den Lesern, die wir einst waren?". Damit bewegen wir uns im politischen Raum!

Sicher ist es ein intellektuelles Risiko,  jedes Jahr ein Thema zu wählen, das nicht von den Medien gehypt wird. Das können sein:

a) Themen aus der Klassik der Literatur,
b) Themen aus der ostdeutschen Moderne (Ch. Wolf, Werner Klemke, Jurek Becker, Arno Mohr, Klaus Ensikat, 2x Metzkes, Egbert Herfurth) oder auch Pablo Neruda.

Ja, wir machen mit solcher Arbeit STÖRGERÄUSCHE und versprühen wie Prometheus im Beethovenjahr auch Götterfunken und, wie Denis Scheck genau erkannt hat, wir greifen die Botschaften mit der Lupe auf und lassen uns nicht manipulieren. Das ist meine Hoffnung.

Das Buch und die Pirckheimer-Gesellschaft brauchen jugendlichen Zulauf.

(Armin Schubert, Mentor der Bücherkinder Brandenburg, Juni 2020)

LASST UNS LACHEND ESEL BOHREN

Daß hartnäckige Journalisten und kecke Dichter mit Risiko leben, ist seit vielen Jahren bekannt.

Einer, der im absolutistisch regierten Deutschland des 18. Jahrhunderts den Anfang gemacht, gegen Herrscherwillkür und Dumpfköpfigkeit angeschrieben, und dafür teuer bezahlt hat, ist seinerzeit DER eingesperrte Dichter gewesen: Christian Friedrich Daniel Schubart, der nach zehn Jahren in Kerkerhaft auf der Festung Hohenasperg ein gebrochener Mann war. Davor aber goß er listig verpackte Kritik und beißenden Kneipenwitz über seine Zeit.

In der EDITION SCHWARZE SEITE erscheint ein Künstlerbuch, das nur eines seiner Gedichte, und vor allem Fundstücke aus seiner DEUTSCHEN CHRONIK bringt. Ena Lindenbaur und Eckhard Froeschlin haben zusammen an Radierungen gearbeitet, die als begleitende Stimme zu den vom Blei handgesetzten Texten auftreten, alles gedruckt auf französisches Velin d´Arches Bütten. Das Buch ist von Roger Green in Wuppertal handgebunden, und mit einem stabilen originalgraphischen Schuber versehen.

Preis 1200 € (Subskription bis 1. August 2020 1080 €)

Eckhard Froeschlin
EDITION SCHWARZE SEITE
Alte Papierfabrik, Fabrikstr. 32-40