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Hannoverscher Bibliophilen Abend

Pirckheimer-Blog

Hannoverscher Bibliophilen Abend

Di, 16.12.2014

Buchschutzhüllen

Man möchte doch meinen, das Thema der „Buchschutzhüllen“ sei für Bücherliebhaber besonders wichtig, da sie um die schonende Benutzung ihrer Lieblinge bemüht sein müssten. Dennoch wird diese Hülle heute kaum mehr verwendet, wenn man von den Erfahrungen und Gedanken ausgeht, die beim 92. Hannoversche Bibliophilen Abend ausgetauscht wurden.
Rund 60 Beispiele hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem großen Tisch ausgebreitet, um den man saß. Darunter waren Hüllen, mit denen Familienerinnerungen verbunden waren, andere hatten ihre eigene Erwerbungsgeschichte, viele waren schlichte Gebrauchshüllen ohne besonderen Anspruch. Auffällig war schnell, dass auch „Scheußlichkeiten“ auf den Tisch durften, wobei doch auch gleich wieder klar wurde, dass nicht immer für alle Teilnehmenden dasselbe Objekt scheußlich ist.
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind die Schutzhüllen anzutreffen; aus unterschiedlichsten Materialien und, davon abhängig, in unterschiedlichsten Anfertigungstechniken wurden sie hergestellt. Die Hüllen aus Leder konnten von Täschnern gearbeitet sein, mit Prägeplatten, Stempeln und Vergoldung verziert; Textilien wurden oft in Heimarbeit zu manchmal kuriosen Gebilden zusammengenäht; gerne wurde Flechtwerk appliziert, gestickt und mit Seide oder anderen Textilien gefüttert. Plastik ließ sich maschinell verarbeiten, wurde gelegentlich aber auch aufwändiger eingesetzt.
Die ältesten gezeigten Beispiele stammten aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts; die jüngsten aus der Gegenwart, von Reisen nach Nordafrika und in das Baltikum mitgebracht. Aber auch hierzulande werden Buchschutzhüllen weiterhin angeboten, nicht nur die schlichten Plastikhüllen für Schulbücher und –hefte, sondern auch anspruchsvoll Teures; auch Bastelanleitungen findet man. Doch die „Epoche der bürgerlichen Sparsamkeit“, die sich nach Bernhard Wördehoff in der Buchschutzhülle ausdrückte, ist vorbei. Wördehoffs Artikel, vor ca. 25 Jahren in der ZEIT-Kolumne „Das gab’s doch mal“ erschienen, erhielten die Teilnehmenden als Erinnerungsgabe.
(Hans-Peter Schramm)

Mi, 03.12.2014

Buchschutzhüllen

Heute fand der 92. Hannoversche Bibliophilen Abend statt, diesmal zum Thema "Buchschutzhüllen", also jene Einbandschützer, mit denen die wertgeschätzten Bücher vor Schmutz und anderen Beschädigungen beim Lesen bewahrt werden sollten. Man hat sie liebevoll verziert, bemalt, bestickt, geflochten; man bekam sie geschenkt und hat sie selbst verschenkt. Und selten hatte eine Hülle die passende Größe für das Buch, das man gerade las. Die Mitglieder stellten sich diese Buchschutzhüllen gegenseitig vor. Zur Erinnerung an diesen Abend gab es eine Geschenkgabe, siehe Abb.
(nach eine Information von Norbert Köppe)

Mi, 24.04.2013

Fotos vom 2. Hannoverschen Antiquariatstag

Die Bilder wurden von Frau Ursula Saile-Haedicke, Versandantiquariat Tills Bücherwege, zur Verfügung gestellt. Weitere Fotos hier.

Mi, 13.03.2013

2. Hannoversche Antiquariatstage

Nach erfolgreichen Antiquariatstagen in 2012 werden die Hannoverschen Bibliophilen in diesem Jahr ein zweites mal ihre Antiquariatstage veranstalten. Auf einem Markt im Foyer de Historischen Museums werden ca. 15 Antiquariate aus der Region Hannover und Braunschweig außergewöhliche Bücher aus fünf Jahrhunderten anbieten. Weitere Informationen durch Klick auf die Abbildung des Flyers oder über das Antiquariat Horst Timme, Hannover, Tel.: 0511/1319458 zwischen 11 und 18 Uhr.

20. und 21. April 2013, 11 bis 17 Uhr

Historisches Museum
Pferdestraße 6, 30159 Hannover

Mi, 25.04.2012

Kunsthändler und Antiquare

Soeben bescherte mir die Post ein kleines klammergeheftetes Bändchen, kleinoktav quer, mit Erinnerungen von Hans Stula unter dem Titel "Kunsthändler und Antiquare. Des Sammlers Freud und Leid" (Hannover 2011), welches in einer Auflage von 250 nummerierten Exemplaren erschien und vorrangig für den Hannoverschen Bibliophilen Abend gedacht war. Diese Exemplaren (1-50) sind fadengebunden und es liegt ihnen eine Graphik des 18. bzw. 19. Jahrhunderts bei. Stula berichtet in dieser, reich s/w illustrierten Schrift aus seiner langjährigen Sammlertätigkeit, u.a. auch als Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft und über seine Begegnungen und Freundschaften mit Antiquaren aus Göttingen und Halle, später aus und Hannover, oder auch über die Stuttgarter Antiquariatsmesse.
(ad)

Einige wenige Exemplare der kleinen Schrift sind noch erhältlich und können beim Hannoverschen Bibliophilen Abend (Hans-Peter Schramm) für 15 Euro inkl. Versand bestellt werden.

1 Kommentar:
Carsten Wurm hat gesagt:
Hans Stulas bibliophile Abenteuer. „Sammler sind glückliche Menschen“, lautet das Motto, das Hans Stula seinen Erinnerungen an fünfzig Jahre Erlebnisse und Begegnungen in der Kunst- und Bücherwelt vorangestellt hat. Sie sind Ende 2011 in einem kleinen, reizenden Bändchen erschienen: Hans Stula, Kunsthändler und Antiquare. Des Sammlers Freud und Leid. Herausgegeben für die Teilnehmenden des Hannoverschen Bibliophilen-Abends von Hans-Peter Schramm. Hannover 2011. 76 S., mit 12 Abb. Kl.-8° quer. Br. Man könnte den Inhalt des Buches metaphorisch zusammenfassen: Hans Stula hat ein silbernes Löffelchen verschluckt, denn das Glück hat ihn auf allen bibliophilen Wegen nie verlassen. Seine Passion entwickelte sich schon in der Studienzeit, die der spätere Sachverständige für Kunst und Antiquitäten in der altehrwürdigen Alma mater in Göttingen verbrachte. Eine Antiquarin bot ihm seinerzeit an, sich die erwünschten, aber für ihn unerschwinglichen Drucke durch Hilfsdienste zu erarbeiten. Besonders angetan hatten es ihm die alten Stiche, für die die Patronin nur Verachtung übrig hatte: Für sie waren es nur Überreste von „geschlachteten Büchern“. Am Ende des Studiums nannte er bereits 7000 Graphiken sein eigen, darunter Bilderbögen, Landkarten, aber auch Künstlergraphik von Chodowiecki und Ramberg.
Almanache, Halle-Literatur und -Graphik sowie studentische Stammbücher wurden seine Hauptsammelgebiete. Die Suche danach brachte ihn in Kontakt mit zahlreichen Kunsthändlern und Antiquaren, vorwiegend in Göttingen, Hannover, Halle und Berlin. Die Erinnerungen an hervorragende und skurrile Vertreter dieser Berufsgruppen bilden den Hauptteil des Buches. In einigen Fällen erlebte er im Laufe der Jahrzehnte mehrere Generationen in einem Geschäft. Liebevoll schildert er beispielsweise Hermann Mooshage in Hannover, der einst mit einem Bücherkarren begonnen hatte und dann mit Antiquitäten und auch alten Büchern handelte. Er konnte augenblicklich von jovial auf griesgrämig umschalten, wenn ihm ein Besucher nicht paßte. Vor Stulas Augen zerriß er einen Stapel Stahlstiche, weil ein Knicker deren Wert herabhandeln wollte: „Wenn die nichts taugen, dann sind sie auch nichts wert“. Die einzelnen Episoden sind nach den Hauptorten seiner Erwerbungen, Hannover und Halle, geordnet. Ein eigenes Kapitel ist den Antiquariatsmessen mit ihren Usancen und Ritualen gewidmet. Einen Exkurs bilden die Souvenir-Rosen des Verlages C. Adler, fein geschnittene und gefaltete Druckwerke mit jeweils mehreren Stahlstich-Ansichten eines Ortes. Stula erwarb einst unbedarft einen ganzen Karton, der sich als Schatzkästchen erwies, und mußte dennoch lange suche, ehe er die Krönung für sich, die Rose von Halle, endlich ersteigern konnte.
Stula, der aus Halle stammt, behielt seine Heimatstadt immer im Herzen und trug aus diesem Grund eine der bedeutendsten Hallensia-Sammlungen in Privatbesitz zusammen. Zahlreiche Stücke kaufte er bei seinen Besuchen in der Saalestadt, gut gerüstet mit der D-Mark sowie Kaffee und Zigaretten als Gastgeschenken. Neben Erlebnissen vom glücklichen Finden stehen hier auch Anekdoten, die vom Überlisten der Zollbeamten künden. – Die fadengeheftete Broschur erscheint in einer Auflage von 250 numerierten Exemplaren, die direkt beim Pirckheimer-Freund Hans Stula zum Preis von ??? bezogen werden können. Die Vorzugsausgabe mit einer lose beigelegten, kleinen Originalgraphik des 18. oder 19. Jahrhunderts ist leider bereits vergriffen.

(aus MARGINALIEN 205)

Di, 28.02.2012

Hannoversche Antiquariatstage

Im Foyer des Historischen Museums in Hannover findet zum Abschluss der Ausstellung "Lust und Scherz für`s Kinderherz", zu welcher Frau Edel Sheridan-Quantz als Kuratorin Plakate, Postkarten, Zeitschriften, Kinderbücher und viele andere "Papier Objekte" des Hannoverschen Verlages A. Molling & Comp. zusammengetragen hat, ein Markt mit antiquarischen Büchern von Händlern und Sammlern aus der Region Hannover statt, der unter dem Motto Sammeln - Tauschen - Kaufen einlädt. Unterstützt vom Hannoverschen Bibliophilen Abend eine gute Gelegenheit, auch Originelles und Originales aus dem Umfeld der Ausstellung zu finden.

Antiquariatstage: 13. bis 15. April 2012

Historisches Museum
Pferdestraße 6
30159 Hannover


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