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Elmar Faber

Pirckheimer-Blog

Elmar Faber

So, 28.11.2010

20 Jahre Faber und Faber

Neue Bücher, alte Bücher, schlechte Nachrichten

So ist das im Leben: Erst wenn etwas, das einem seit langem selbstverständlich ist, bedroht scheint, weiß man den wahren Wert zu schätzen. Warum diese Einführung? Weil Elmar Faber, der langjährige Verleger des Aufbau-Verlages und Gründer und Verleger von
è
Faber & Faber auf der Frankfurter Buchmesse an meinen Stand kam, um sich zu verabschieden – dies sei seine letzte Buchmesse. Oh Schreck, was soll der Vorruhestand? Aber der so middleage-ig (Verzeihung!) wirkende Verleger, einer der profiliertesten Intellektuellen Ostdeutschlands, wird im kommenden Jahr 77 Jahre alt. Die Zukunft des Verlages ist offen, damit auch die Zukunft der profilierten originalgrafischen Buchreihen „Graphische Bücher. Erstlingswerke deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts“ und der „Sisyphos Presse". Sohn Michael dient seiner Heimatsstadt Leipzig inzwischen als Kulturbürgermeister, der Enkel ist noch in der Ausbildung im Verlag. Kaufinteressenten gibt es, aber der Verleger hat mit Recht hohe Ansprüche an das, was und wie künftig unter seinem guten Namen verlegt werden könnte. Anlass für einen kurzen Rückblick in Büchern.

Einen solchen gibt es auch im 13. Verlagsalmanach, der soeben erschienen ist.
(Wolfgang Grätz)

161. Frankfurter è Grafikbrief

Mi, 23.06.2010

Bühne auf!

Erstlingswerke deutscher Autoren des 20. Jahrhundrts
Ein bebildertes Lexikon, herausgegeben von unseren Mitgliedern Elmar Faber und Carsten Wurm
(erscheint im Dezember 2010 im Verlag Faber & Faber, Preis 148 €, ISBN 978-3-86730-124-4)


Was sind Erstlingswerke?
Die Bücher, mit denen die Dichter die literarische Provinz betreten. Aber wie viel geht schon bei Autoren, Lesern, Buchhändlern und Antiquaren durcheinander, wenn sie die Erstlingswerke genau benennen sollen? Es gibt Vorläufer, Verworfenes, Ungedrucktes. Es gibt Erstlingswerke, die die Autoren selbst am liebsten vergessen möchten. Es gibt große Würfe und literarische Zwerge, Bücher, die wie warme Semmeln gingen und andere, auf denen die Verleger sitzen blieben. Bücherschicksale alle, merkwürdige Geschichten.
Und wer stand beim Start in ein literarisches Leben Pate, wer waren die Verleger, wer die Förderer, wer die Mentoren? Wie sahen die Bücher aus, hatten sie Schutzumschläge, wer illustrierte sie? Welche Bindequoten gab es, welche Auflagen, was kosteten sie bei Erscheinen? Konnten die Autoren davon leben, oder klagten sie über die Honorare? Wie wurden die Manuskripte vom Verlag behandelt, wer rezensierte die Erstausgaben, welche Resonanz fanden sie? Löste ihr Erscheinen Erstaunen, Bewunderung oder Skandale aus?
Viele, viele Fragen zu den Erstlingswerken von Autoren des 20. Jahrhunderts beantwortet dieses Lexikon, in informativer und erzählender Weise, und es zeigt jedes Erstlingswerk in der Erstausgabe, Einband und Schutzumschlag, gelegentlich eine Titelei, ein Seitenpaar, ca. 300 Titel an der Zahl.
Dieses Werk sollte in keiner Handbibliothek fehlen. Jeder Sammler, jeder Literaturgourmet, alle Bibliotheken und Antiquariate werden in dem Lexikon einen Berater finden, der sie über die Jahre begleiten kann.

è Verlag Faber & Faber

Di, 15.06.2010

Lesung mit Elmar Faber

Trotz des heißen Wetters, der Fußball-WM, der Strandparty, und was sonst noch alles in und um Storkow los war, hatten sich doch immerhin zwanzig Literaturinteressierte am Freitag beim Burg-Salon des Burg-Kultur-Vereins eingefunden. Aus Leipzig war der Verleger Elmar Faber gekommen, um aus seinem Buch „Nürnberger Pakete“ zu lesen. Der Berliner Jürgen Gottschalk mit seinem Akkordeon bot dazu stimmungsvollen Irish Folk, Kleszmer und eine Musette.

„Ich bin kein Schriftsteller, ich bin Verleger“, stellte er gleich am Anfang klar. Entstanden waren die zehn Erzählungen aus der Erlebniswelt seiner Kindheit in Thüringen bei einem Kuraufenthalt. „Es gibt Leute, die man nie wieder vergessen kann, und außerdem wollte ich versuchen, dieser Landschaft ein Denkmal zu setzen“, war sein Schreibantrieb. Zu den unvergesslichen Leuten gehörten der Latein liebende, feingeistige Gymnasiallehrer Dr. Aegidius und dessen Widersacher, der proletarisch geprägte, etwas grobschlächtige Neulehrer Fliederbusch, der Mobbing betreibt, das aus den sozialen Umständen heraus zwar nicht entschuldbar, aber erklärbar ist. „An beiden Figuren hat mich interessiert, wie sie mit dem damaligen gesellschaftlichen Umbruch fertig geworden sind. Es war eine vergleichbare Zeit zu heute“, so Faber.


In diesem kleinen Kreis entwickelte sich auch, einem Salon-Charakter entsprechend, ein Gespräch, das zu Betrachtungen über die Sprache führte, bei der sich der Germanist Faber an der schriftstellerischen Tradition des 19. Jahrhunderts orientiert. Allgemein bedauert wurde, dass mit dem statistisch ermittelten Verfall des Reichtums an Wortschatz in der Sprache der Jugend auch Fantasie und Utopien verloren gehen. In der Politik sei das ebenso. „Klischees wie ‚alternativlos‘ oder ‚historisch‘ können für alles mögliche verwendet werden, so wie ‚cool‘ und ‚geil‘ in der Jugendsprache“, führte Elmar Faber als Beispiele an. Wer gekommen war, hatte es nicht bereut, und auch nach dem offiziellen Teil nutzten viele die Gelegenheit, dem Experten spezielle Fragen zum medialen Literaturbetrieb zu stellen.
 
(Elke Lang)

So, 16.05.2010

Nürnberger Pakete

Der Autor und Altverleger Elmar Faber wird auf Burg Storkow aus seinem 2009 im Verlag „Das Neue Berlin“ erschienenen Buch „Nürnberger Pakete“ lesen.
Elmar Faber begibt sich in seinem Werk zurück in die wildromantischen Landschaften Thüringens, wo er dem Leser eigensinnige Menschen und ihre sonderbaren Lebensgeschichten vorstellt. Zum Beispiel Charlott, die vierzig Jahre lang besessen die monatlich eintreffenden Westpakete ihres entlaufenen Ehemannes zu einem Warenlager aufstapelt. Oder Otto Graf, dessen Schlosserwerkstatt vor allem für die weibliche Kundschaft ein Umschlagplatz für neue Hoffnung ist. Angesiedelt in der (ost)-deutschen Wirklichkeit des 20. Jahrhunderts erzählen die Geschichten von kuriosen Schicksalen, in denen der Banalität des Alltags ein Schnippchen geschlagen wird – und in denen zugleich die Frage nach dem Wert des menschlichen Lebens überhaupt gestellt wird.
Der Autor. Mitglied der Pirckheimer-Gesllschaft, wurde 1934 in Deesbach/Thüringen geboren. Nach dem Germanistikstudium betreute er die Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Leipzig und war in verschiedenen Verlagen als Lektor tätig, bevor er 1983 Verlagsleiter beim Aufbau Verlag wurde. Anfang der Neunziger gründete er den Verlag Faber & Faber. Unter anderem ist er Vorsitzender des Verlegerausschusses des Leipziger Börsenvereins, Mitglied des Redaktionskollegiums der è
MARGINALIEN und Verfasser zahlreicher Aufsätze über Buchkunst, Buch- und Verlagsgeschichte.

Freitag, 11. Juni 2010, 19.00 Uhr

Storkow (Mark), Schloßstraße 6, kleiner Burgsaal Burg-Salon

Eintritt:
Vorverkauf: 6,00 Euro, Abendkasse: 8,00 Euro
Informationen und Tickets:
Tourist-Information
Schloßstraße 6
Tel.: 033678 73108
E-Mail

Veranstalter:
Burg-Kultur e.V.
Tel.: 033678 73228
E-Mail

1 Kommentar:
Wenn am 11. Juni Elmar Faber aus Leipzig nach Storkow kommt, um aus seinem 2009 erschienenen Buch „Nürnberger Pakete“ zu lesen, hat der Burg-Salon des Burg-Kultur-Vereins wieder einmal einen Prominenten zu Gast: einen der erfolgreichsten und bekanntesten Verleger, dem sogar Wikipedia eine Seite widmet. Dort ist zu lesen, dass er 2007 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse erhalten hat. Nur mit einem Link allerdings wird auf die schriftstellerische Leistung des 76-jährigen verwiesen, die sich bis jetzt fast ausschließlich um das Buch herum bewegte.
Mit den Erzählungen in „Nürnberger Pakete“ aber geht der in Deesbach/Thüringen geborene Autor thematisch zurück in die Erlebniswelt seine Kindheit, die nicht nur durch die Nachkriegszeit geprägt war, sondern in der allzeit die Geschichten der davorliegenden Generationen präsent waren.
Deesbach ist heute ein idyllischer Erholungsort mit rund 440 Einwohnern, gelegen zwischen Saalfeld und Neuhaus am Rennweg. Von seiner wirtschaftlichen Vergangenheit, in der neben Landwirtschaft Glasbläserei, Porzellanmalerei, Vogelstellerei und Olitätenhandel eine besondere Rolle spielten, ist der berühmte Kräuterlikör KUEMMERLING übriggeblieben. Stolz wirbt der Ort mit dem Slogan „Deesbach im Thüringer Kräutergarten“.

Von den zehn auf 189 Seiten vereinten Erzählungen sollte man allerdings keine Autobiographie erwarten. Nur zweimal wendet Faber die literarische Ich-Form an. Was aber von ihm selbst deutlich wird, ist seine Liebe zur Natur und seine Sympathie zu den einfachen, tüchtigen Menschen, die bis zur Selbstaufgabe ihre Würde bewahren gegen Lüge, Betrug, Zwang, Verleumdung, Ungerechtigkeit.

Das Buch hält den Leser von der ersten bis zur letzen Zeile in seinem Bann durch seine detaillierten Naturbilder und seine Beschreibungen von Menschen und deren Leben in oder außerhalb der Dorfgemeinschaft. Da ist Else Meisel, krumm gebeugt, einst eine mädchenhafte Schönheit, die zur einsiedlerischen Selbstversorgerin geworden war aus Protest gegen ihren Vater, einen sozialen Aufsteiger, „der sich frech durch die Hitlerzeit mogelte“. Die verlassene Charlotte wiederum gibt sich der Illusion hin, die per Dauerauftrag regelmäßig bei ihr eintreffenden Pakete aus Nürnberg kämen von ihrem geschiedenen Mann. Und der feingeistige Lateiner Dr. August Aegidius des Fröbel-Gymnasiums wird von einem proletarischen Neulehrer gemobbt und flieht in den Westen.

Der Skrupellosigkeit der Erfolgreichen und Wohlhabenden stehen die Armen und Schwachen wehrlos gegenüber. Soziale Zustände werden an Charakteren festgemacht. Das politische Umfeld, wie Naziherrschaft, Krieg und Nachkriegszeit in der sowjetischen Besatzungszone, tritt nur ganz am Rande in Erscheinung. Nach der „Wende“ spielt lediglich eine Erzählung. Das Hauptspannungsfeld ergibt sich aus dem Gegensatz von ländlicher Naturschönheit und tragischen Schicksalen, welche tief berühren..

(Elke Lang)

Do, 07.01.2010

Land der Ideen

Der è Verkag Faber & Faber, Leipzig wurde gemeinsam mit 16 weiteren Projekten aus Sachsen beim bundesweiten Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" für seine Publikationsreihe "Die DDR-Bibliothek" von der Deutschen Bank und der Initiative "Deutschland – Land der Ideen" als "Ausgewählter Ort 2010" ausgezeichnet.
"Die DDR-Bibliothek" präsentiert in bibliophil ansprechender Form bedeutende literarische Texte von DDR-Autoren. Sie umfasst derzeit 24 Bände.