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Eduard Prüssen

Pirckheimer-Blog

Eduard Prüssen

Do, 03.10.2019

Eduard Prüssen 2013 im Wohnzimmer seiner Kölner Wohnung. Foto: Matthias Haberzettl
Exlibris für die Klemke-Sammlung Matthias Haberzettl, 2011

Eduard Prüssen (1930 – 2019)

Eduard Prüssen – „ne echte kölsche Jung“, der so gar nichts für den Karneval übrig hatte, wie er einmal mir gegenüber erwähnte. Genauso wenig wie für Computer – die ihn in seiner kreativen Arbeit nur behindern und ablenken würden. Zeit seines Lebens schuf er also nur mit seinen Händen – mit Zeichenstift und Pinsel, mit (Linolschnitt-) Messer und (Radier-) Nadel ein beeindruckendes Werk.

Beginnend in den Fünfziger Jahren als angestellter Grafiker zuerst beim Rautenstrauch-Joest-Museum und dann beim Amerika-Haus in Köln riskierte er bald den Schritt in die Selbständigkeit; es folgten Presseillustrationen ab 1962 sowie erste Buchillustrationen ab 1964. Und schon im März 1962 erschien die erste Nummer der Hauszeitschrift „Donkey-Post“ – einhergehend mit der Etablierung seiner Donkey-Press, in der von 1967 („Babrios Fabeln) bis 2015 („Arlecchino und Arleccinetta“) insgesamt 61 wunderbare Pressendrucke erschienen.

Eduard Prüssen und seine Frau Illa lernte ich erst 2011 kennen, bei einer Führung durch meine Werner-Klemke-Ausstellung in Bergisch Gladbach. Von Beginn an war ich beeindruckt von seinem herz­lichen, freundlichen Wesen; schnell entwickelte sich eine Freundschaft, auf die ich immer stolz war. Noch im selben Jahr schuf er ein Exlibris für meine Klemke-Sammlung.

Kurz davor, im Jahr 2010, übergab Eduard Prüssen seinen künstlerischen Vorlass der Universitäts- und Stadtbibliothek in Köln. Dank der engagierten Mitarbeiter unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Schmitz, des damaligen Direktors der USB Köln erschien ein umfassendes Werkverzeichnis: „Die Sammlung Eduard Prüssen in der Universitäts- und Stadtbibliothek in Köln. Gesamtverzeichnis Juli 2013“.

Im November 2015 stellte ich für das Literaturhaus in Immenstadt eine Ausstellung mit dem Schwerpunkt Eduard Prüssen zusammen; sein Faust-Zyklus, 2012 als 57. Druck der Donkey-Press erschienen, nahm eine komplette Längswand ein.

In den letzten Jahren widmete er sich vorwiegend großformatigen Farbstiftzeichnungen. Eine umfangreiche Auswahl davon war in der Ausstellung im November 2015 zu sehen, die die Stadt Bergisch Gladbach zu seinem 85. Geburtstag ausrichtete  Gewürdigt wurde hier auch seine Tätigkeit als „Stadtgrafiker“, die er für ein volles Vierteljahrhundert, von 1971 bis 1996, ausübte – zuständig für das gesamte grafische Erscheinungsbild der Stadt, vom Briefkopf der Amtsschreiben bis zum Theaterplakat, vom „Logo“, dem berühmten „Wollknäuel“ bis zum Stadtwappen.

Der große Kölner (Buch-) Künstler, seit dem Frühjahr 2017 ein Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, verstarb am 2. Oktober, nur vier Wochen vor seinem 89. Geburtstag, in einer Kölner Klinik; nach einem schweren Sturz wenige Tage vorher in seiner Kölner Wohnung, in der er bis zuletzt – fit an Körper und Geist – künstlerisch tätig war.

(Matthias Haberzettl)

So, 30.12.2018

PF 2019 mit W. Klemke & E. Prüssen

Die Neujahrswünsche von Matthias Haberzettl sind auch in diesem Jahr mit kleinen exklusiven Publikationen zu seinen Sammelgebieten Werner Klemke und Eduard Prüssen verknüpft.

Die Jahresgabe "Werner Klemke - Zum 100. Geburtstag 2017" berichtet in einer Auflage von 125 Exemplaren, illustriert mit Fotos, Veranstaltungs- und Ausstellungsankündigungen, über die wichtigsten Ereignisse im Jahr des 100. Geburtstages dieses Künstlers, darunter die (schon 2016 stattgefundene) Ausstellung im Winckelmann-Museum Stendal, in Oranienburg, danach in der Galerie Sonnensegel" in Brandenburg, in der Wissenschaftlichen Bibliothek der Russischen Akademie der Künste in St. Petersburg und dann in Kiew.
In Weissensee fand ein Festakt statt und es wurde eine Grünfläche in "Werner-Klemke-Park" umbenannt. Neben den Veranstaltungen in Leipzig, Berlin, Frankfurt/M, Bernau, Halle, Offenbach wird auch auf wichtige Artikel in unterschiedlichhesten Zeitungen verwiesen.

Die Jahresgabe "Eduard Prüssen - Neujahrsgrüße / Eine Auswahl" erschien in einer Auflage von 30 Exemplaren und enthält nicht nur Abbildungen von Neujahrsgrüßen von 1963 bis 2010, sondern auch Vorarbeiten und nicht ausgeführte Entwürfe.

 

Sa, 30.12.2017

Zwei Publikationen zum Jahreswechsel

Wie jedes Jahr schuf Matthias Haberzettl auch 2017 zwei limitierte Schriften über seine Sammelgebiete "Werner Klemke" und "Eduard Prüssen", die er mit seinen Weihnachts- und Neujahrsgrüßen Pirckheimer-Freunden schickte - Vielen Dank!

Entdeckungen 2017. Meine schönsten Funde im Klemke-Jahr lautet diesmal seine in 100 nummerierten Exemplaren aufgelegte Publikation zu Werner Klemke. Und es ist dort erstaunliches zu lesen, nicht nur über die erworbenen Graphiken und Bücher von Werner Klemke, sondern z.B. auch über das unerwartete Ende einer Auktion, in der der Bieter Haberzettl unterlag und trotzdem das nicht ersteigerte Exemplar seiner Sammlung hinzufügen konnte.
Eine zweites, in einer nummerierten Auflage von 30 Exemplaren erschienenes Heft behandelt unter dem Titel Eduard Prüssen ... und die Medizin Illustrations-Arbeiten des Künstlers in populär-medizinischen Zeitschriften 1973 - 1992, ein eher seltenes und deshalb besonders hoch zu schätzendes Betätigungsfeld für gefragte Illustratoren.

Do, 13.04.2017

Eduard Prüssen

Schon auf unserem Stand zur diesjährigen Leipziger Buchmesse waren einige seiner Werke zu sehen (unter anderen die passend gewählten „13 Graphiken zum Literaturgeschehen“) – denn jetzt wurde Eduard Prüssen ein „Pirckheimer“.
Neben etlichen Buchkünstlern der jüngeren und jüngsten Generation, die im März der Gesellschaft beitraten, verstärkt nun also auch der Kölner „Altmeister“ (Ende Oktober wird er seinen 87sten feiern können) unsere Reihen.
Viele Teilnehmer des Jahrestreffens 2008 in Köln werden sich gern an die Stunden erinnern, als Prüssen sein Atelier für zwei Besuchergruppen öffnete.