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Christoph Liepach

Pirckheimer-Blog

Christoph Liepach

Mo, 06.07.2020

Gera ostmodern zwei

Das enge Verständnis sieht Kultur hingegen nur dort, wo es um Wert geht. … Kultur und Wert hängen untrennbar miteinander zusammen. Im Feld der Kultur wird bestimmten Dingen ein Wert zugeschrieben, sie werden mit Wert aufgeladen und anderen wird Wert abgesprochen.
(Andreas Reckwitz)

Von solchen Prozessen der Wertzuschreibung oder Entwertung sind Projekte, die sich der Nische und der Erinnerungskultur verschrieben haben, wie das Buch „Gera ostmodern“ – das in zweiter Auflage erscheinen soll – in verschiedener Weise betroffen. So muss es sich in Zeiten der Krise nicht nur wie alle Kunst und Kultur gegen die Sphäre des Nützlichen durchsetzen, die zum Beispiel der Automobilindustrie zugesprochen wird, sondern auch gegen die Vorstellung einer am klassischen Kanon orientierten Hochkultur behaupten. Zudem wendet sich „Gera ostmodern“ dem Profanen, Alltäglichen zu. Jedoch anstatt zu entzaubern, bringt es Überraschendes über Ansichtskarten aus der DDR und deren kulturgeschichtliche Bedeutung zutage und rekonstruiert im weitesten Sinne ostmoderne Stadträume – obwohl für viele Menschen identitätsstiftend, steht eine kritische Neubewertung des Umgangs mit der Nachkriegsarchitektur der DDR durch eine größere Öffentlichkeit hier noch aus. 

„Gera ostmodern zwei“ ist in vielerlei Hinsicht ambitioniert: Ausgehend von der Idee der Nische und der von Christoph Liepach zusammengetragenen Sammlung von DDR-Ansichtskarten soll es zwar einen multiperspektivischen Blick – den persönlichen inbegriffen – auf die Ostmoderne in Gera werfen. Aber auch das Typische der Umgestaltung der DDR, der Architektur und Bildsprache vermitteln sowie an verschwundene Architekturen und vergessene Fotograf*innen erinnern. Die Ansprüche an das Buchdesign sind ebenso hoch wie an die begleitenden, kritisch einordnenden Texte, die keine Geringeren als der Publizist Ben Kaden und Denkmalpfleger Dr. Ing. Mark Escherich beisteuern. 
Um die zweite Auflage realisieren zu können, haben wir eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, die noch bis zum 15. Juli 2020 aktiv ist. Weitere Informationen zum Buch und Ablauf der Kampagne hier: Spendenaufruf.

(Christoph Aurora Liepach und Bea Nielsen)

Do, 11.06.2020

Crowdfunding für 2. Aufl. von "Gera ostmodern"

Heute erscheint es uns, als läge das Jahr 2019 in einer anderen Zeitepoche. Doch es war erst letztes Jahr, als ich mit der Herausgabe des Buches Gera ostmodern bei sphere publisher dem Verschwinden der Ostmoderne begegnete; eine Veränderung die ich in meiner Jugend in Gera mit gemischten Gefühlen verfolgte. Im Gegensatz zu meinen vergangenen zwei Büchern legte ich bei Gera ostmodern mit DDR-Ansichtskarten-Motiven den Fokus auf öffentlich zugängliche Bilderwelten. In diesem Bildband habe ich exemplarisch für Gera Echt-Postkarten in schwarz-weiß versammelt. Begleitet wird er von Texten von Ben Kaden, die in die Ansichtskartenkultur der DDR einführen oder geistreich einzelne Postkarten untersuchen.
Vor Corona-Stunde Null entschloss ich mich auch aufgrund der großen Nachfrage – inzwischen ist die erste Auflage vergriffen – , eine zweite Auflage im Herbst 2020 zu publizieren. Um farbige Ansichtskarten, neue Postkarten-Essays von Ben Kaden und einem Einführungstext von Dr. Ing Mark Escherich sollte sie erweitert werden.
Nun Juni 2020 scheint der erste Schock überwunden, trotzdem sind die Folgen für Kultur, Kunst, Wirtschaft und jeden einzelnen von uns kaum absehbar. Rückblickend litt ich, wie die meisten von uns, besonders unter der sozialen Isolation, bin aber auch finanziell betroffen. Besonders mein Buchprojekt ist gefährdet. Deshalb erprobe ich einen neuen Weg der Finanzierung, habe heute eine Crowdfunding-Aktion gestartet und packe zugleich die Chance einer Kofinanzierung durch die EGG Energieversorgung Gera beim Schopfe: Je mehr Leute mich mit einem Betrag ab 10 Euro dabei unterstützen, desto höher fällt das Sponsoring für die Druckkosten meines Buches aus. 

Auf der Projektseite könnt ihr aus verschiedenen Dankeschön-Angeboten wählen. Neben historischen Stadtführungen erwartet Sie von Hand abgezogene Ansichtskarten auf Baryt, Bücher aus meiner bisherigen Produktpalette und Fotos aus meinen Kunstprojekten – auch Martin Maleschka hat tolle Aufnahmen von Gera zur Verfügung gestellt. Wer eine Spendenquittung benötigt, erhält diese auf Anfrage. Dies ermöglicht uns der Verein Komm e.V. aus Grünau, der wunderbarer Weise hinter unserer Aktion steht.

(Christoph Liepach)

sphere publishers
Rosa-Luxemburg-Straße 50
04315 Leipzig

Do, 03.10.2019

Gera ostmodern

In diesem Herbst wird unser Mitglied Christoph Liepach in seinem Verlag „sphere publishers“ erstmals Bücher veröffentlichen, darunter den Titel "Gera ostmodern", eine Sammlung von Foto-Postkarten mit Relikten sozialistischen Bauens in Gera mit Texten von Ben Kaden.

"Christoph Liepach hat eine Sammlung von Echt-Foto-Postkarten aus den 1950er bis 1980er Jahren angelegt und damit die Neubauarchitektur, Inneneinrichtung sowie Bildkunstwerke in Gera festgehalten. Die kleinen Fotopostkarten aus der DDR bekommen in diesem Vuch eine große Bühne und verdeutlichen ihre Funktion als fotografisches Dokument in unserer Zeit."

Für das Buch wird es im Stadtmuseum Gera eine öffentliche Presse-Veranstaltung geben.

Christoph Liepach, Gera ostmodern
sphere publishers, Leipzig 2019
128 Seiten, Hardcover
15 €
ISBN 978-3-9821327-0-9

Di, 14.08.2018

Standpunkte

Unser Mitglied Christoph Liepach stellt in Leipzig Fotografien unter dem Titel Standpunkte mit Momentaufnahmen osteuropäischer Einwanderer aus.

Eröffnung: 22. August 2018, 17 Uhr
Ausstellung: 22. August - 17. Oktober 2018

NEBENAN
Alte Salzstraße 53
04179 Leipzig

Di, 28.03.2017

Schnatterinchens Puppenecke

Am Stand 532 in Leipzig wurden viele Besucher Mitglied der der Pirckheimer-Gesellschaft, von denen einige in den nächsten Tagen hier vorgestellt werden. Den Anfang macht Christoph Liepach, denn seine Ausstellung ›Schnatterinchens Puppenecke‹ läuft anlässlich der Buchmesse bereits seit einigen Tagen - die Vernissage fand am vorletzten Sonntag mit den Gästen Roswitha Kuhnert und Gunter Preuß statt.
"Am 1. Juni 1949 gegründet, wuchs der Kinderbuch-Verlag Berlin schnell zu dem zentralen Verlag für Kinderliteratur heran. Aufgrund der Zusammenarbeit mit namenhaften Illustratoren gewannen die Kinderbücher regelmäßig Preise als Schönste Bücher der DDR. Eines der bekanntesten Editionen waren Illustrierte Geschichten in einem dünnen Hard-Cover-Buchformat von 27 cm x 18,5 cm. Die Ausstellung soll ein Streifzug quer durch die bis 1990 gedruckte Edition ermöglichen und mit Interaktiven Elementen zum Eintauchen in die Geschichten- und Bildwelten für Jung und Alt animieren. Dabei runden Rahmeninformationen zu Verlag und Künstlern das Thema ab."

Ausstellung: 18. März - 2. April 2017

N‘OSTALGIE-Museum im „Steibs Hof“
Nikolaistraße 28-32, 04109 Leipzig