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Bernd-Ingo Friedrich

Pirckheimer-Blog

Bernd-Ingo Friedrich

Di, 24.11.2015

Marginalien 219

Heute wurde das letzte Heft der Marginalien für 2015 ausgeliefert. Für Mitglieder liegt dem Heft der Holzschnitt Legende (1974) von Klaus Rosenspieß bei, Robert Wolf liefert dazu den Artikel Wider den Zeitgeist zur Bilderwelt dieses Künstlers. Matthias Haberzettl berichtet über seine Begegnungen mit Eduard Prüssen und Ferdinand Puhe schreibt über Peter Zitzmann und die schPeZi Presse mit dem 2. Teil einer Bibliografie. Weitere Artikel beschäftigen sich mit dem Dichter und Ethnologen Heinrich Stieglitz (Bernd-Ingo Friedrich), dem Antiquar Martin Breslauer (Thomas Reinecke) oder dem Pirckheimer Marc Berger (Marlies Schnaibel). Die Typographische Beilage widmet sich unter dem Titel Im Büchersaal der Bibliothek im Gedicht, gestaltet und gesetzt in der Fleischmann-Antiqua von Matthias Gubig.

Mi, 17.09.2014

MARGINALIEN 215

Das Heft 3/2014 der MARGINALIEN wurde vom Verlag ausgeliefert und kann den teilnehmenden Pirckheimern zum Jahrestreffen übergeben werden, für nicht teilnehmende Mitglieder wird das Heft am 22.9. in die Post gehen.
Es enthält u.a. Beiträge über den Bibliothekar
Paul Raabe, über die Freundschaft von Herbert Tucholski und Lothar Lang, einen Beitrag unter dem Titel Adler & Pax von Karl-Georg Hirsch und Manfred Jendryschik, Li Portenlänger schildert das Erleben der Lithographie-Werkstadt Eichstädt, Hendrik Liersch berichtet über Victor Otto Stomps und die Erenmiten-Presse, es gibt Hinweise auf Otto Erich Hartleben und Carsten Wurm berichtet über Menschen, Orte, Wegmarken in der Edition A.B. Fischer. Als typographische Beilage sind einige Epigramme aus Der Halkonier von Otto Erich Hartleben, erschienen bei S. Fischer 1904, neu gesetzt in der Walbaum 11/15 Punkt, in das Heft eingebunden.

Sa, 02.08.2014

Ein Stolperstein für David Salomon

Auf den am 6.5.2014 auf Initiative von Bernd-Ingo Friedrich und der Pirckheimer-Gesellschaft verlegte Stolperstein für David Salomon wird jetzt auch auf berlin.de aufgeführt.Der Antiquar und Autographenhändler David Salomon wurde am 30. November 1866 in Nakel (Kreis Wirsitz in der Provinz Posen/Poznan; heute Naklo/Polen), geboren. Am 10.1. oder 10.6.1912 ist er „aus dem Judentum ausgetreten“.
1937 und 1938 wurden Autographen aus David Salomons Besitz auf Versteigerungen des Auktionshauses J. A. Stargardt in Berlin angeboten. Am 28.10.1937 waren es 27 Briefe von 21 Personen mit einem Taxwert von 402 RM und am 3.2.1938 noch einmal 343 Briefe von 213 Personen mit einem Taxwert von 4 401 RM, insgesamt also 370 Briefe von 234 Personen im Schätzwert von 4 803 Reichsmark. Es handelte sich dabei um ein offenbar eilig, noch vor dem Erlass der „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben“ am 12.11.1938, welche die Schließung aller jüdischen Geschäfte bis Jahresende zum Inhalt hatte, zusammengestelltes Sortiment mit berühmten Namen. Autographen aus dem Besitz David Salomons, erkennbar an gelben Briefumschlägen mit seiner Handschrift, tauchen gelegentlich noch im Handel auf, darunter auch Stücke aus der Sammlung des Germanisten Dr. Rudolf Wolkan, die Salomon 1931 geschlossen angeboten hatte.
David Salomon ist an einem unbekannten Datum vom Bahnhof Grunewald nach Auschwitz deportiert worden. Eine nachträglich ausgefertigte Sterbeurkunde des Sonderstandesamtes Arolsen vom 30. Januar 1992 nennt als Todesdatum von David Salomon den 18. Februar 1943, er war 76 Jahre alt.
Der Journalist und Pazifist Berthold Jacob (eigentlich: Berthold Jacob Salomon, 1898–1944), bekannt geworden durch seine Veröffentlichungen über die Pläne der deutschen Reichswehr zur heimlichen Aufrüstung unter des Umgehung des Versailler Vertrags, war ein Sohn aus der ersten Ehe David Salomons
.
(Bernd-Ingo Friedrich)

Sa, 19.04.2014

Ein Stolperstein für den Antiquar David Salomon

Am 6. Mai 2014 werden auf der Westfälischen Straße in Berlin-Halensee (Charlottenburg-Wilmersdorf) 60 Stolpersteine für jüdische Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Zu ihnen gehört der Antiquar David Salomon. Er wurde am 18. Februar 1943 in Auschwitz ermordet. Mit einer Gedenkfeier für alle am 11. Mai, die um 12 Uhr beginnt, soll auch an ihn noch einmal erinnert werden.
 
siehe auch Bernd-Ingo Friedrich in MARGINALIEN Heft 210

Di, 26.11.2013

vergißmeinnicht

1120 Briefbeschwerer und mehr aus Glashütten der Lausitz von Bernd-Ingo Friedrich, Weißwasser und Arnd Keller, Bautzen
weiter durch Klick auf die Bilder
Am 23. November wurde eine Kabinettausstellung unseres Mitglieds Bernd-Ingo Friedrich eröffnet, der neben seinem Interesse an bibliophilen Themen eine Ausstellung von Briefbeschwerern, Dokumente und Belege aus dem Wirtschaftsraum der Lausitz zusammengetrragen hat. Sein Anliegen ist es, ein fast vergessenes volkskundliches Kulturgut in Erinnerung zu bringen und zu bewahren. Durch vor Ort erfragte Details und Geschichten wird die Sammlung, die gleichzeitig eine Forschungslücke schließt, authentisch und kulturhistorisch wertvoll.
 
"Wichtig sind die dinglichen Zeugnisse, die hier auf, wie ich finde, vorbildliche Weise in der Zusammenschau mit Quellen wie Fotos, Urkunden und Produktkatalogen präsentiert werden. Die Briefbeschwerer sind „rätselhafte, luftig wirkende, aber doch schwere, durchsichtige, mit farbigen Blüten gefüllte Glaskugeln“. Sie sind aber auch erstarrte Erfahrung der Glasmacher. Die kleinen Glaswelten frieren das implizite, das heißt, das durch jahrelanges Training verinnerlichte praktische Wissen gleichsam ein. Sie sind für mich eine weitere Motivation in der Bemühung, die manuelle Glasherstellung bei der UNESCO als immaterielles Kulturerbe zu schützen – zusätzlich zum sorbischen Brauchtum."
(aus der aus der Eröffnungsrede von Dr. Georg Goes, Museumsverein Glashütte e.V.)

Kabinettausstellung: 23. November 2013 – 26. April 2014

Museum Bautzen

Sa, 05.10.2013

Bücher-Spaziergang

Als Bücher-Spaziergang wird von Bernd-Ingo Friedrich auf seiner Seite der Titel "Von der Wirkung des Buches" vorgestellt, eine Festgabe, die Friedhilde Krause, ehemalige Generaldirektorin der Staatsbibliothek Berlin, zum 80sten Geburtstag von Professor Horst Kunze besorgte.
Der Titel erschien bereits 1990, die Würdigung dieser Schrift ging eventuell in den Wirren des Wendejahres zu Unrecht unter - Dank des Pirckheimers Bernd-Ingo Friedrich im Netz wird sie wieder in unsen Fokus gerückt.

Hans Scheuerecker

Mit den soeben ausgelieferten MARGINALIEN erhielten die Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft auch einen Artikel über Hans Scheuereckers Bücher und einen Siebdruck von Hans Scheuerecker. Das brachte wieder eine Meldung der Lausitzer Rundschau ins Gedächtnis: "Scheuerecker-Schau im Dieselkraftwerk fällt erneut aus".
 
... Nachdem Hans Scheuereckers Einzelausstellung im Kunstmuseum Dieselkraftwerk "Verloren im Paradies" von 2011 auf Oktober 2013 verschoben wurde, fällt sie erneut aus. ... Die Direktorin des Kunstmuseums Dieselkraftwerk ... bestätigt, dass die Absage ihre Entscheidung war. ...
Dem Museum und dem Kunstpublikum geht ein Highlight zum Jahresende verloren. Tragisch ist die Absage jedoch vor allem für den Künstler: Hans Scheuerecker, der seit den 70er-Jahren mit seiner erotisch und emotional aufgeladenen, abstrahierten Malerei und Grafik – und seinem dazu passenden Boheme-Lebensstil – für Aufsehen sorgt, muss weiterhin auf seine längst fällige Würdigung als bedeutender Gegenwartskünstler und als Repräsentant kompromissloser Gegenkultur in der DDR durch ein großes staatliches Kunstmuseum in Deutschland warten.
Bereits zu seinem 60. Geburtstag im Jahr 2009 sollte ihm ... eine Einzelausstellung im dkw. gewidmet werden. Es kam zum Eklat. Scheuerecker sagte damals das Vorhaben wenige Monate vor der Eröffnung ab ... und stimmte dann einer Verschiebung zu.
Eigentlich sollte die Ausstellung "Verloren im Paradies" nun vom 18. Oktober bis Mitte Januar 2014 im dkw. gezeigt werden. Geplant war, dass Scheuerecker verschiedene Werkgruppen von seinen künstlerischen Anfängen bis heute präsentiert. Eine Buchpublikation und eine kleinere Parallelausstellung mit Grafiken des berühmten französischen Künstlers Paul Gauguin (1848-1903), der Scheuerecker stark beeinflusst hat, sollten die Schau begleiten. Außerdem wollte die Neue Sächsische Galerie in Chemnitz die Scheuerecker-Schau übernehmen. (Felix Johannes Enzian)
 
gesamten Artikel lesen: Lausitzer Rundschau

Sa, 07.09.2013

vergissmeinnicht

Briefbeschwerer aus Glashütten der Lausitz von Bernd-Ingo Friedrich, Weißwasser und Arnd Keller, Bautzen
 
Die Ober- und die Niederlausitz mit ihren reichen Vorkommen an Holz, Kohle und Sand boten ideale Voraussetzungen für die Entwicklung einer Glasindustrie, die in der Gründerzeit internationale Bedeutung erlangte. Weniger bekannt ist, dass in den vielen Glashütten, die es einst in der Lausitz gab, als Nebenprodukt eine besondere Form der Volkskunst entstand: Briefbeschwerer aus Glas. Deren Herstellung erforderte die perfekte Beherrschung des Handwerks, wozu gestalterisches Talent, großes Geschick und nicht zuletzt ein wenig Glück gehörten.
Die neben seinem Interesse an bibliophilen Themen entstandene Sammlung unseres Mitglieds Bernd-Ingo Friedrich beinhaltet Briefbeschwerer, Dokumente und Belege aus dem Wirtschaftsraum der Lausitz. Sein Anliegen ist es, ein fast vergessenes volkskundliches Kulturgut in Erinnerung zu bringen und zu bewahren. Durch vor Ort erfragte Details und Geschichten wird die Sammlung, die gleichzeitig eine Forschungslücke schließt, authentisch und kulturhistorisch wertvoll.

Eröffnung: 23. November 2013, 15 Uhr
Eröffnungsrede: Dr. Georg Goes, Museumsverein Glashütte e.V.
Kabinettausstellung: 23. November 2013 – 26. April 2014

Museum Bautzen

Di, 21.05.2013

Ein Stolperstein für David Salomon

Der Antiquar und Autographenhändler David Salomon, geboren am 30. November 1866 in Nakel (Kreis Wirsitz / Provinz Posen; heute Naklo / Polen), am 10. Januar (oder 10. Juni) 1912 „aus dem Judentum ausgetreten“, starb laut einer nachträglich ausgefertigten Sterbeurkunde des Sonderstandesamtes Arolsen vom 30. Januar 1992 am 18. Februar 1943 als Jude in Auschwitz. Seine nicht jüdische Ehefrau Martha Salomon, geb. Thermann, geboren am 10. Januar 1885 in Dessau / Anhalt, wurde nach 1945 als „Opfer des Faschismus“ anerkannt. Kataloge des Antiquariats Salomon sind bis 1935 nachweisbar.
Aufgrund der Hinweise unseres Mitglieds Bernd-Ingo Friedrich konnte der ihn betreffende Eintrag im Berliner Gedenkbuch Jüdischer Opfer der NS-Zeit bereits vervollständigt werden; in das Deutsche Gedenkbuch wird sein Name demnächst aufgenommen werden; in Yad Vashem wurde ein Gedenkblatt angelegt. Bernd-Ingo Friedrich regte an, dass die Pirckheimer-Gesellschaft einen „Stolperstein“ in Berlin Halensee für David Salomon stiftet und ein Mitglied unserer Gesellschaft erklärte sich spontan bereit, die Kosten dafür zu übernehmen.
(Näheres im Artikel Verschollene Autographen, vernichtete Existenzen von Bernd-Ingo Friedrich in MARGINALIEN 210)

So, 11.11.2012

1. Dresdener Literaturmesse „schriftgut“

Unter dem Titel "Der Buchbinder und ich – zwei Weißwasseraner auf der Schriftgut-Messe in Dresden" veröffentlicht Bernd-Ingo Friedrich auf seiner Seite einen vorläufiger Bericht von dieser Messe, die vom 9. bis 11. November 2012 stattfand.
 
"Die Idee zu dieser Messe ist dem Verlegerehepaar Peggy und Dirk Salomo zu danken. ... Ihr Ziel war es, möglichst ALLEs zusammenzuführen, was mit Literatur zu tun hat. Engagierte Dresdener, eine generöse „Messe Dresden“ und verhandelbare Standgebühren ermöglichten die herz- und geisterfrischende Präsentation der sonst eher stillen Schriftkunst und -kultur durch 78 Teilnehmer in neun Räumen von Wohnzimmer- (Neubau) bis Messehallengröße."
Bernd Ingo Friedrich beschreibt, was ihn "als Bibliophilen und Menschen :) am meisten beeindruckte." Unter anderem "die „Offizin Haag-Drugulin“, seit einiger Zeit im Zentrum Dresdens ansässig, und der Verlag „SchumacherGebler“ mit der „Bibliothek SG“. Das Gesamtverzeichnis der Bibliothek enthält mittlerweile 34 Titel, von denen 11 bereits ein „Vergriffen“-Sternchen tragen. ...
Der den Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft als Gestalter ihrer MARGINALIEN - Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie bestens bekannte Heinz Hellmis und Linde Kauert zeigten das Neueste aus ihrer „Edition Zwiefach“. Das sind unter anderem originelle, farbstarke Bilderbögen im Format A2, drei Mal zusammengefaltet und zwischen zwei A5-Pappen mit einem Bindfaden montiert; die Künstler beschreiben sie als ein Einblattbuch zum An-die-Wand-hängen. ...

So, 29.07.2012

Kunst und Wissenschaft um 1800

Die Sammlungen der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Görlitz (Hrsg. Städtische Sammlungen für Geschichte und Kultur Görlitz)

Mit Beiträgen von Ines Anders, Tino Fröde, Constanze Herrmann, Steffen Menzel, Jasper von Richthofen, Anke Tietz, Kai Wenzel, Matthias Wenzel und Ralf Tschentscher nebst drei Grußworten sowie einem Vorwort von Kai Wenzel. Unser Mitglied Bernd-Ingo Friedrich beschäftigt sich in seinem Beitrag mit Literaturwissenschaft und Musikalien.

Die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften wurde 1779 in Görlitz als lokale, aber auch national vernetzte Gelehrtenvereinigung zur Förderung von Ökonomie, Bildung und Kunst gegründet.
Als außergewöhnliches Ensemble von europäischem Rang haben sich im historischen Gesellschaftshaus, das heute in neuem Glanz erstrahlt, ihre umfangreichen und wertvollen Kollektionen, die Bibliothek, naturkundlichen, kunst- und kulturgeschichtlichen Kabinette erhalten.
Kunst und Wissenschaft um 1800 möchte diese entdecken, legt erstmals die Geschichte der OLGdW umfassend dar und lässt ihre Bedeutung als Institution der Wissenschaften im Zeitalter der Aufklärung opulent in Erscheinung treten.
(nach: Verlagswerbung)

Bielefeld: Kerber Verlag 2012
Groß 8°, 224 Seiten
193 Farb- und 13 s/w-Abbildungen
Festeinband, gebunden
38,00 Euro

Di, 24.07.2012

Angela Hampel

Im neuesten Grafikbrief fand sich ein interessanter Verweis auf die Dresdener Künstlerin Angela Hampel, welche zu einem Beitrag von Bernd-Ingo Friedrich für das gerade erschienene Heft 206 der MARGINALIEN zwei Algraphien "Róža Domašcyna - Mittagsfrau" (Abb.) schuf:

Angela Hampel ist fast genauso alt wie Regina Ouhrabka und eine ebensolche Mehrfachbegabung wie Elisabeth Axmann: lange Zeit hielt sie es aber für peinlich, als Schusterin nicht bei ihren Leisten Malerei zu bleiben, sondern auch noch in der Lyrik zu „wildern“. Nun aber hat sie ihre große Sammlung an eigenen Gedichten professionell lektorieren lassen und plant eine Reihe von insgesamt 7 Heften, in denen sie jeweils 9 Texte 9 eigenen Bildern gegenüberstellt. Drei Hefte sind bislang erschienen, sie haben jeweils eine Auflage von nur 25 Exemplaren (je EUR 48.-), die Bilder sind Reproduktionen meist größerer Arbeiten. Und dann gibt es noch eine winzig kleine Auflage von Vorzugsausgaben, nämlich von je 5 Exemplaren (!), und da ich glücklicherweise zur richtigen Zeit – letzte Woche – am richtigen Ort, nämlich in Hampels Atelier in Dresden war, sind Sie die Ersten, die Zugriff auf diese Raritäten haben ...

(Wolfgang Grätz)

Do, 24.02.2011

Die Quellnymphe oder Die Bäder zu Muskau

Ein Phantasiestück von Carl Weisflog. Wiederentdeckt und aufbereitet von unserem Mitglied Bernd-Ingo Friedrich.
 
Hrsg. Freundeskreis „Historica“ Bad Muskau e.V. Bad Muskau: Verlag Quint 2010. 8° Querformat. 48 Seiten, 2 Abb. auf dem Umschlag, 18 Abb. im Text. Durchgehend farbig illustriert. Festeinband. 8,00 €.
 
Aus dem Vorwort: „Der Stadtgerichtsassessor Carl Weisflog aus Sagan nahm sich runde zweihundert Seiten Zeit, um Muskau-Grünau ins verdiente Licht zu setzen und geizte dabei nicht mit brillanten dramatischen Effekten und effektvollen literarischen Glanzlichtern. Die Rahmenerzählung selbst, die natürlich etwas altmodisch daherkommt, steckt ebenfalls voller Witz und entspricht damit ganz und gar dem, was die Leute damals gern lasen, was aber auch heute noch als gängiges Muster taugt. Gut für die damalige Kurzweile, ist sie für eine Neuausgabe – gemessen an unseren Mitteln – leider ein bißchen zu lang. Deshalb wird sie hier durch kurze zusammenfassende Abschnitte ersetzt. Die Schilderung des Muskauer Badelebens jedoch gehört zum Liebenswertesten, was das Genre zu bieten hat.“ Farbige Reproduktionen herausragender Kunstwerke schmücken das handliche Bändchen.

Di, 04.05.2010

Von den Holzbibliotheken,

auch Xylotheken genannt

Sammeln und Forschen bilden von jeher eine Einheit. Ganz besonders war das der Fall im 18. und 19. Jahrhundert, als auch die „Naturkunde“ einen enormen Aufschwung erfuhr und so berühmte Standardwerke wie Linnés Species plantarum (1753), Humboldts Kosmos (1845-1862), Brehms Tierleben (1863-1869) oder Edmund Reitters Fauna Germanica (1908) entstanden. Grundlage jeder wissenschaftlichen Arbeit war – ist nach wie vor – das Sammeln und Sichten von Belegen. 


(Bernd-Ingo Friedrich )

Fr, 25.01.2008

Die Bibliothek des Fürsten Pückler

Von Bernd-Ingo Friedrich
Mit Dank an Christian Friedrich, Cottbus.
(2004, überarbeitet 2007. In: MARGINALIEN 175/3.2004; BuB 2/2006)


In einem Brief aus dem Jahre 1817 beschreibt der junge Graf Pückler-Muskau, Besitzer der Standesherrschaft seit 1811, seiner Braut Lucie, wie er seine Tage in Muskau verbrachte: „[...] um 12 Uhr das kalte Frühstück mit englischem Zubehör, Reiten, Fahren, und im Park die Arbeiten in Augenschein nehmen bis 7 Uhr, Toilette bis ½ 8 Uhr, gegen 8 Uhr das Diner, dann Unterhaltung und Thee bis 12, wo ich regelmäßig zu Bett gehe, und um 10 früh wieder aufstehe. Sind Geschäfte, so werden sie zwischen Frühstück und Diner alle abgethan."

Er hatte also sehr viel Zeit zum Lesen, und es fehlte ihm auch nicht an Büchern. Seine umfangreiche Lektüre verdankte er der Vereinigung zweier Familienbibliotheken im Jahre 1784, als Graf Hermann von Callenberg in Muskau seine Tochter Clementine mit dem Grafen Ludwig von Pückler aus Branitz verheiratete. Die von ihm und seinem Vater Alexander von Callenberg im Geiste der Aufklärung zusammen getragene Sammlung bildete den eigentlichen Grundstock der Pücklerschen Bibliothek.
Die Schilderung der Callenbergschen Bibliothek, nimmt in Johann Bernoullis Sammlung kurzer Reisebeschreibungen und anderer zur Erweiterung der Länder- und Menschenkenntnis dienender Nachrichten aus dem Jahre 1784 mehrere Seiten ein.