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Pirckheimer-Blog

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Mo, 09.08.2010

Carlos Kühn (1928 - 2010)

Unser Mitglied, der Berliner Antiquar Carlos Kühn, ist am 3. August nach schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren gestorben.
Nach einem Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft (an der jungen Freien Universität in Berlin-Dahlem) und ersten Berufsstationen bei Gerd Rosen und der Galerie Bassenge in Berlin sowie beim Antiquariat Stern-Verlag in Düsseldorf wurde der am 2. Juli 1928 geborene Carlos Kühn Ende der 1960er Jahre Teilhaber des Antiquariats Carl Wegner im Berliner Bezirk Schöneberg. Nach Wegners Tod im März 1972 wurde Kühn Inhaber dieses Antiquariats, das er erst 2001 an Mathias Proksch verkaufte. Zu den von Carlos Kühn besonderen gepflegten Gebieten zählte etwa die Theaterliteratur; auch zahlreiche Verkaufskataloge zu verschiedenen Themen wurden erstellt.
Carlos Kühn, der sich auch im Rahmen des Berliner Bibliophilen Abends engagierte, hat seit den 1950er Jahren eine Reihe von Beiträgen für 'Aus dem Antiquariat' und für die MARGINALIEN verfasst (Auktionsberichte, Nachrufe auf Berliner Kollegen, aber auch einen sorgfältig illustrierten Beitrag über Buchhändlermarken). Der 2007 erschienene Band "Bücher, Kunst und Kataloge. Dokumentation zum 40jährigen Bestehen des Antiquariats Jürgen Holstein" enthält ebenfalls einen sehr lesenswerten Aufsatz aus Kühns Feder.
Die Beisetzung findet auf ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen im engsten Familienkreis statt. Im Antiquariat Carl Wegner in der Martin-Luther-Straße 113 liegt ein Kondolenzbuch aus.

Quelle: è Boersenblatt.net

Di, 15.06.2010

Louis Lamm (1871 - 1943)

Am 14. Juni 2010 referierte unser Mitglied Jürgen Gottschalk vor dem è Berliner Bibliophilen Abend über den Berliner Antiquar, Verleger und Mäzen Louis Lamm. Herr Gottschalk würdigte einen weiteren jüdischen Buchschaffenden, der in den Jahren vor 1933 für Berliner Bücherfreunde bedeutsam war, der 1933 mit 16 Rheinkähnen (!), beladen mit dem wichtigsten Teil seines Buchfundus, nach Amsterdam emigrierte und 1943 gemeinsam mit seiner Tochter von den Nazis ermordet wurde. Als Quellen für seine aufschlussreichen und engagiert vorgetragenen Informationen dienten dem Historiker Gottschalk, der auch beim BBA Mitglied ist, neben den Stücken seiner Sammlung vor allem die Eigendarstellungen von Louis Lamm in den "Neuen jüdischen Monatsheften" 1919 über seine Tätigkeit als Antiquar und Verleger, von Peter M. Manasse: "Louis Lamm (1871-1943) - Antiquar und Verleger in Berlin und Amsterdam." (Amsterdam 2009), sowie ein Zeitschriftenaufsatz von Werner Schroeder "Aus dem Antiquariat", Heft 6/2009, wobei ihm als aufmerksamem Bibliophilen auch Fehler und Lücken nicht verborgen blieben, die er durch seine Recherchen aufdecken und häufig beseitigen konnte. Interessant für die Hörer waren natürlich auch die Darstellungen Gottschalks über das Kreuzen der Lebenslinien des Referenten mit dem Schicksal der Bücher von Louis Lamm, von denen er einige Exemplare vorstellte, die ihm kostbar geworden sind.

Fr, 21.05.2010

BBA - relaunched



Der Webauftritt des è Berliner Bibliophilen Abend wurde in die Hände von Abel Doering gelegt. Dieser übernahm vorsichtig das bisherige Design und Konzept der Seite, verbesserte die Optik etwas und entfernte veraltete Scripts, so dass das Seite schnelle geladen wird. Das Erscheinungsbild sollte jetzt wieder so sein, wie ursprünglich gedacht. Hinzugefügt wurden einige Informationen, vor Allem zu Publikationen der letzten Jahre, sowie eine lange vermisste Suchfunktion.

siehe auch è Börsenblatt

1 Kommentar:
Die geringfügigen bibliographischen Korrekturen zu den BBA-Publikationen sind zu loben.
Wesentliche Teile der Publikationen des BBA konnten durch die rechtzeitige Emigration von Dr. Abraham Horodisch [1898-1987] und Dr. Emil F. Tuchmann [1885-1963] im Jahre 1933 ins Ausland verbracht werden.
Dazu gehörten auch die vollständigen Druckerzeugnisse von Aldus-Druck, Berlin. Die Brüder Erich und Reinhold Scholem hatten diese Möglichkeit 1937-38 nicht mehr.
(Hartmut Erlemann)

Di, 16.03.2010

Jahresmitgliederversammlung des BBA


Am 15. März 2010 fand die Jahresmitgliederversammlung des è Berliner Bibliophilen Abend im Heimatmuseum Charlottenburg statt. Der amtierende Vorstand wurde im Amt bestätigt: als Vorsitzender Herr Dipl.-Ing. Bernd Illigner, als stellv. Vorsitzender Dipl.-Germanist Jörg Petzel und als Schatzmeister Uwe Domke. Neu in den Vorstand wurde als Schhriftführer Herr Dr. Klinkenstein gewählt.
Anschließend präsentierte Herr Dr. Fritz Jüttner, Mitglied des BBA und der Pirckheimer-Gesellschaft, einige Schätze aus seiner Sammlung zum Vortrag mit dem Titel: "... Schweizer Freunden einst ehrenvoll anvertraut" - Bibliophiles zu Goethes "Wilhelm Meister" ... Ein Glückwunsch zur Jubelfeier der Universität Berlin.

Arno Holz

Dichter in der Wilhelmsaue



Vortrag mit Präsentation von Jörg Petzel, Mitgl. des BBA
(Eintritt frei)

27. März 2010, 15 Uhr
è
Schoeler Schlösschen
Wilhelmsaue 126
10715 Berlin

Di, 08.12.2009

Im Steinbruch lispeln die Schatten

Gestern stellte Xago die Jahresgabe des Berliner Bibliophilen Abends è (BBA) anläßlich eines Adventskaffees bei der Vorsitzenden der è Goethe-Gesellschaft Berlin, Frau Beate Schubert, vor. Bei dieser Gabe, die Interessierte bereits am Stand des BBA auf der LiberBerlin in Augenschein nehmen konnten, handelt es sich um ein Künstlerbuch über Armenien Im Steinbruch lispeln die Schatten.
Das von Xago geschaffene, im Frontispiz handkolerierte und mit einer individuellen Einbandzeichnung versehene Buch wurde bei Harald Weller (Kreuzberg) in einer Auflage von 15/85 Exemplaren gedruckt und von Ralf Liersch (Prenzlauer Berg) in drei verschiedenfarbigen Einbandvarianten mit Lederrücken gebunden und enthält im hinteren Deckel eingelegt einen weiteren Druck, ein Märchenbuch mit dem Titel Vom Hahn und dem König.
Es gelang dem BBA wieder einmal, seine Mitglieder mit einer bibliophilen Kostbarkeit zu beglücken.

REZENSION von Wolfgang Wicht
(Vorabveröffentlichung aus MARGINALEN 197, Auslieferung März 2010)
Neben Xago, den Maler, stellt sich Xago, der Dichter. Den Kopf voller Worte und Widerworte bringt er metaphorisch reiche, Welt kommentierende, geistvolle, poetisch verknappte, originelle Verse zu Papier ... mehr

Mo, 21.09.2009

Gerhard Hentrich (1924 - 2009)

Am 6. Mai 1924 geboren und in Berlin aufgewachsen, wollte Gerhard Hentrich Jura studieren. Das war ihm verwehrt, weil seine Mutter im seinerzeitigen Jargon eine „Halbjüdin“ war. Sein Vater mußte Zwangsarbeit leisten. Er selbst wurde nach dem Abitur zum Militär einberufen und ein Jahr vor Kriegsende schwer verwundet; er hatte deshalb lebenslang unter Phantomschmerzen zu leiden.
Nach Kriegsende eröffnete er gemeinsam mit seinem Vater in Steglitz eine kleine Druckerei, die Mitte der fünfziger Jahre erweitert werden konnte und in die Westberliner Albrechtstraße umzog. 1981 wurde dort die Edition Hentrich geboren, die er Anfang der neunziger Jahre verkaufen mußte. Im Herbst 1998 gründet er gemeinsam mit seinem Sohn Harald Hentrich den Verlag Hentrich & Hentrich, heute im Brandenburgischen Teetz ansässig. Gerhard Hentrich, dessen Engagment man bereits seit 1982 als Verleger der Reihe Bücher gegen Vergessen und Verdrängen kannte, widmete sich nunmehr mit einem kleinen Stab engagierter Mitarbeiter in seiner verlegerischen Tätigkeit verstärkt dem Thema der nationalsozialistische Verfolgung und dem Schicksal deutscher Juden. Es entstanden unter seiner Federführung die Reihen Jüdische Miniaturen mit Biographien von Albert Einstein, Max Liebermann, Victor Klemperer und Friedrich Wolf sowie Jüdische Memoiren, und er verlegte die Schriftenreihe des Centrum Judaicum. Die von ihm herausgebrachten Erinnerungen des KZ-Häftlings Adolf Burger Des Teufels Werkstatt über die Geldfälscherwerkstatt der Nazis im KZ Sachsenhausen wurde in Österreich von Stefan Ruzowitzky unter dem Titel Die Fälscher verfilmt.
Obwohl Gerhard Hentrich häufig feststellen mußte, daß in der heutigen Gesellschaft sein Engagement allzu oft ins Leere lief, gab er nie auf. Nun wird er das Erscheinen des 100. Bands der Jüdischen Miniaturen nicht mehr erleben. Gerhard Hentrich starb am 19. September 2009 im Alter von 85 Jahren in Berlin. Den Kennern seines Verlags und allen, die seinen Einsatz gegen das Verschweigen erlebten, wird Gerhard Hentrich in Erinnerung bleiben.
(A.D.)

è 50 Jüdische Miniaturen beim BBA
è Jüdische Miniaturen: Friedrich Wolf

Sa, 15.08.2009

Exkursion des BBA

Den è Berliner Bibliophilen Abend führte seine diesjahrige, gut besuchte Exkursion am 14. August 2009 nach Görlitz in die è Oberlausitzsche Bibliothek der Wissenschaften, wo Herr Wenzel, der Bibliotheksleiter, den Teilnehmern die Bibliotheksgeschichte nahe brachte und mit interessanten Erläuterungen einige bibliophile Schätze seines Hauses präsentierte. Am Nachmittag ließen sich die Teilnehmer von einer sachkundigen Stadtführerin die Altstadt zeigen und kehrten nach einem gemeinsamen Abendessen nach Berlin zurück.