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Zur Typographie der Jahrhundertwende

Vortrag

Der Vortrag beschreibt Rilkes Weg vom Axel Juncker - zum Insel-Verlag am Beispiel des »Buchs der Bilder«. Das Werk erlebt fünf Auflagen, die alle unterschiedlich gestaltet sind. Gleichzeitig arbeitete Rilke immer weiter an der Gedichtsammlung, die von einem kleinen Bändchen mit nur 48 auf einen stattlichen Band von 193 Seiten anwuchs. Die Gestaltung der Ausgaben erfolgte stets in enger Zusammenarbeit mit dem Dichter.
Anders war die Situation bei Marcus Behmer, der 1910 für den Insel-Verlag die Typographie für einen alten Text entwarf: Goethes »West-östlichen Divan« von 1819.  Kippenberg ließ ihm dabei völlig freie Hand. Behmers Ausgabe hob sich deutlich von der Tradition der Klassiker-Ausgaben des 19. Jahrhunderts ab.
Bei Rilke Rilke handelte es sich um die Suche nach der adäquaten Typographie für einen modernen Text, bei Behmer dagegen um die Suche nach einer neuen Typographie für einen alten Text. Das Ergebnis zeigte erstaunliche Übereinstimmungen.

Donnerstag, 21. September 2017 - 19:00
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Breite Straße 35, Erdgeschoss, kleiner Säulensaal
10178 Berlin

Buchgestaltung im Insel-Verlag um 1900:
Rainer Maria Rilkes „Buch der Bilder“ (1902-1913) und Goethes »West-östlicher Divan« in der Gestaltung von Marcus Behmer (1910)

Mit: 
Dr. Monika Estermann
Zuständige Regionalgruppe: 
Berlin-Brandenburg