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Pirckheimer-Blog

Mi, 20.12.2017

Drachenvariante

Die Pirckheimerin Elke Rehder, deren Ausstellung aus Anlaß der deutschsprachige Erstausgabe der Schachnovelle in Buenos Aires "75 Jahre Schachnovelle" hier vor einem Monat vorgestellt wurde, wünscht mit dieser humorvollen Version der "Drachenvariante", einem Abspiel der Sizilianischen Verteidigung im Schach,

Frohe Feiertage und einen guten Sprung in ein abenteuerliches neues Jahr 2018.
 
Elke Rehder
Blumenstr. 19
22885 Barsbüttel

Di, 19.12.2017

Foto: Peter Arlt

Trauerfeier für Elmar Faber

"Bei aller Trauer ... [sollten wir dankbar sein] ... für das Glück, über Jahrzehnte mit diesem tollkühnen Husaren gelebt zu haben

"... eine bemerkenswerte Trauerrede [von Christoph Hein], die das ganze emotionale Spektrum abbildet. Von der Trauer und dieser Dankbarkeit, über den warmen Humor, mit dem der Schriftsteller von der felsenfesten bis starrsinnigen Überzeugung des Thüringers Faber berichtet, Thüringens Liedgut und seine Bratwurst seien die jeweils besten der Welt. Von der Bewunderung angesichts der Dreistigkeit, mit der Faber seinen, Heins, Roman „Horns Ende“ an der Zensur vorbei und sogar gegen den erklärten Willen des Oberzensors Kurt Hager veröffentlichte und verkaufte. Von der Hochachtung, mit der Elmar Faber sich über alle Grenzen zwischen den Ländern, den Systemen, den Zeiten hinweg treu geblieben ist, um guten Büchern, schönen Büchern, kostbaren Bücher in die Welt zu helfen, angetrieben von seinem unbeirrbarem Selbstbewusstsein, von seinem Stolz und dem Wissen, die besseren Argumente zu haben – und das bessere Programm. Vom nie verflogenen Groll und Zorn angesichts des Umgangs neuer Herren mit dem kulturellen Erbe der DDR. ..."
(Peter Korfmacher, in Leipziger Volkszeitung, 19.12.2017)

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Mo, 18.12.2017

Du liebe Hühnerkastanie

Im November wurde auf der artbook.berlin ein erstes Exemplar des Postkartenbuches  "Du liebe Hühnerkastanie - Auf den Spuren von Jurek Beckers Postkartenpoesie" vorgestellt, welches aus Anlass der 80. Geburtstag und des 20. Todestages des Schriftstellers Jurek Becker in einer Auflage von 50 Exemplaren erschienen ist.

An dem Buchprojekt haben sich zu den Themen Glück, Neugier, Langeweile, Zeit und Mut neun Bücherkinder der Evangelischen Grundschule beim Dom zu Brandenburg, deren Familien und prominente Schreiber wie Frank-Walter Steinmeier, Friedrich Schorlemmer, Ottilie Krug (Frau von Manfred Krug), die Künstler Klaus Ensikat, Angela Hampel, Ronald Paris und der Vorsitzender der Pirckheimer- Gesellschaft Ralph Aepler beteiligt. Dietmar Block leitete die Arbeit zu den Farblinolschnitten der Bücherkinder. Gedruckt wurde das Buch im Gutenberg DRUCK-Laden der Galerie Sonnensegel e.V. Die buchbinderische Arbeit übernahm wieder Henry Günther von BuchKunstBalance aus Ribnitz-Damgarten. Die Schirmherrschaft übernahmen die Witwe des Schriftstellers, Christine Becker, und die Pirckheimer-Gesellschaft, die das Projekt auch finanziell unterstützte.

Jetzt sind die weiteren Exemplare der "Hühnerkastanie" aus Ribnitz-Damgarten eingetroffen. Diese werden den neun "Bücherkindern Brandenburg" am Dienstag, dem 19. Dezember 2017, um 10 Uhr in einem festlichen Rahmen in der Schule am Dom übergeben. 

Im März 2018 werden dann diese Bücherkinder nochmals dieses Buch zusammen mit der Pirckheimer-Gesellschaft auf der Leipziger Buchmesse in Halle 3 vorstellen.

(Armin Schubert)

So, 17.12.2017

gleich zweimal: PF 2018

Gleich zwei Neujahrsgraphiken schuf miley.

Oben: LET´S DANCE, eine Hommage an HAP Grieshaber und das indonesische Schattentheater Wayang.

Unten: Bücherjahr 2018, eine Klappkarte, welche u.a. auf das Vorhaben des Künstlers für 2018 hindeutet, sich stärker dem Büchermachen zu widmen. Das neue Jahr wird natürlich jür jeden Bibliophilen ein eigenes Bücherjahr.

3. Advent

Mit dem 3. Advent beginnt die Zeit, in der sich vermehrt Weihnachts und damit verbunden die ersten Neujahrsglückwünsche im Briefkasten finden, die gern in den nächsten 14 Tagen hier vorgestellt werden. Den Anfang macht ein Wunsch des Pirckheimers SchumacherGebler.
Sander Pinkse stellte dabei freundlicherweise die Vorlagen der historischen Werkzeuge und Gerätschaften des Handsetzers und Buchdruckers zur Verfügung, entnommen: >Machines en Gereedschappen< von 1912 der Lettergieterij >Amsterdam< - N. Tetterode.

Sa, 16.12.2017

Fuge & Fügung

Der Jugendkunst e.V. Stralsund lädt traditionell am Vortag des vierten Advent zu einem Moment polyphoner Mehrstimmigkeit ein, zum Kunstmarkt in der Spielkartenfabrik. Bereits der 13. KünstlerInnen und KunsthandwerkerInnen der Region präsentieren und verkaufen ihre Werke inmitten der historischen Druckmaschinen der Museumswerkstatt.

An der mechanischen Setzmaschine LINOTYPE besteht wieder die Möglichkeit, vorbereitete Weihnachts- und Neujahrswünsche (180 Zeichen) zu setzen, in Blei zu gießen und anschließend zu drucken.

Ab 12:00 wird Heart Beat, der Stralsunder Rock- und Popchor, Werkstatt und Besucher mit handgesungenen Stücken in Schwingung versetzen. Kinder können ganztägig mit Holzdruckstöcken eigene Karten drucken.

Im Café können mit Unterstützung des Mehrgenerationenhauses auch Plätzchen selbst gebacken werden. Für den Bauch gibt es Herzhaftes, Glühwein, Kinderpunsch und Gebäck. Der Markt öffnet seine Pforten um 11 und schließt um 19 Uhr.

Mit dabei sind auch wieder die Pirckheimer Henry Günther mit der Edition Balance und Fred Lautsch mit dem mueckenschweinverlag.

23. Dezember 2017

Spielkartenfabrik
Katharinenberg 35, 18439 Stralsund

Fr, 15.12.2017

Offener Brief an einen Verlag

Als neuer Titel in seiner Reihe von Einbogendrucken erscheint von Harald Kugler ein Offener Brief an einen Verlag

Sehr geehrte Damen und Herren

Nach vier Jahren und 13 Buchprojekten mit Kontaktersuchen bei namhaften Verlagen um eine Manuskriptübernahme fühle ich mich berufen, diesen Offenen Brief an Sie zu verfassen. Die Zeit, in der das Kapital die Zukunft frisst, wie Thomas Piketty in seinem Bestseller „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ schreibt, ist zu einem wertvollen Produkt aus Erleben und Vergehen geworden. Und wenn ein Autor mit seinem Fantasiespiel und Nachdenken, dem Blut seiner Hoffnung, einen Text verfasst und an verschlossenen Türen scheitert, dann hat er dafür ein stückweit seiner Lebenszeit geopfert, die ihn nicht reicher, aber klüger an Erfahrungen hat werden lassen. ...

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Das Klingspor-Museum ist Pirckheimer

Das Klingspor-Museum in Offenbach am Main, einer der wichtigsten Deutschen Sammlungs- und Ausstellungsorte der internationalen Buch- und Schriftkunst des 20. und 21. Jahrhunderts, ist Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft - für viele Pirckheimer ein lange erwarteter Schritt!

Am 7. November 1953 öffnete das Klingspor-Museum zum ersten Mal für seine Besucher die Türen. Die Stadt Offenbach am Main hatte in den Nachkriegsjahren ein kleines Museum zur modernen Buch- und Schriftkunst gegründet. Den Grundstock dieses Museums bildete die kostbare Privatsammlung von Dr. h.c. Karl Klingspor (1868 - 1950), der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Offenbach am Main mit seinem Bruder eine Schriftgießerei betrieb. Nur kurze Zeit nach der Museumsgründung kamen die ersten bedeutenden Schenkungen ins Haus. Auch Werner Klemke übergab sein gesamtes künstlerisches Lebenswerk mit allen Büchern, seinen originalen Zeichnungen bis hin zu seinem umfangreichen Briefwechsel dem Museum.

Die Pirckheimer-Gesellschaft unterstützte das Wirken des Klingspor-Museums, seit sich 1990 die Möglichkeiten einer besseren Zusammenarbeit eröffneten, eine Zusammenarbeit, die mit Darstellungen in den Marginalien begann und sich später durch stärkere Vernetzung über die modernen Medien fortsetzte.

Stets erlebe ich das Falsche

Im Quintus-Verlag erschien der alternative Künstlerreport des "frechen Zeichenstifts". Harald Kretzschmar, der prominente Zeichner des Eulenspiegel Satiremagazins, präsentiert seinen alternativen Künstlerreport:

Ein zeitlebens kritischer Zeichner nimmt hier Abstand zum Erlebten, indem er noch einmal mitten hinein taucht. Harald Kretzschmar schreibt und zeichnet heute auf, was er in der Begegnung mit namhaften, ihm nahen Künstlern erlebte.

Früh von Josef Hegenbarth, Albert Schaefer-Ast, Otto Griebel und Elisabeth Voigt beeinflusst, wuchs er an der Seite von Leo Haas und Carl Sturtzkopf, Henry Büttner und Heinz Behling, Karl Schrader und Manfred Bofinger in das publizistische Milieu der Zeitschrift Eulenspiegel hinein und prägte es mit. 

"Stets erlebe ich das Falsche" bietet ein Kaleidoskop der deutschen Kunst- und Karikaturszene, darunter: Herbert Sandberg, John Heartfield, Wolfgang Mattheuer, Willi Sitte, Werner Tübke, Bernhard Heisig, Arno Mohr, Werner Klemke, Hannes Hegen, Tomi Ungerer, Erich Ohser, Loriot, F. W. Bernstein, Gerhard Haderer, Barbara Henniger und und und. All diese Namen werden in Kretzschmars neuem Buch mit pointierten biografischen Essays in Erinnerung gebracht. Immer wieder begleiteten kuriose Begebenheiten den Weg des Verfassers. Wenn sogar Walter Ulbricht und Erich Honecker von Widersachern wie Gisela May und Wolf Biermann eingeführt werden, ist endgültig klar: Dieses Buch ist ein absolutes Muss für alle Liebhaber von Satire und Humor.

Kretzschmar, Harald: Stets erlebe ich das Falsche
Der alternative Künstlerreport
240 Seiten, 61 Abbildungen
Hardcover, Fadenheftung, Format: 18,5 x 23,0 cm
ISBN: 978-3-947215-03-4
€ 20,00

Eine Anmerkung für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft:
Dieses Buch wird sicher die kulturelle Identität vieler Pirckheimer ansprechen. Deshalb wird diesmal die geplante Jahresgabe 2018 vorab bekannt gegeben: eine Teilauflage dieses Titels ist als Jahresgabe 2018 vorgesehen!

Die Geschichte eines Romantikers aus der Stadt K.

Die Ausstellung des Kaliningrader Gebietsmuseums für Geschichte und Kunst gibt anhand von Graphiken einen einfachen Einblick in das Leben und das Werk von E.T.A. Hoffmann, der in Kӧnigsberg (heute Kaliningrad) im Jahr 1776 das Licht der Welt erblickte.

Die Graphik folgt dem Stil und der Phantasie des Schriftstellers, der mit der Zauberkraft der Vorstellung eigene Phantasiewelten erschuf.

Die “Geschichte” wird durch Kinderzeichnungen zum Thema “Maskarade mit Hoffmann” und mit Illustrationen zum “Nuβknacker” von Künstlern aus Russland, Frankreich und Tschechien und anderen Ländern ergänzt.

Ausstellungseröffnung: 15. Dezember 2017, 17.30 Uhr
idurch den Museumsdirektors Sergej Jakimov und die Kuratorin Valentina Pokladova.
Ausstellung: 15. Dezember 2017 - 21. Januar 2018

Russische Haus der Wissenschaft und Kultur
Friedrichstraße 176-179, 10117 Berlin

Herzlichen Glückwunsch zum Neunzigsten

Prof. Lisa Beck feiert runden Geburtstag

Viele Pirckheimer werden noch an das Treffen in Augsburg vor zehn Jahren, im September 2007 zurückdenken. Den Festvortrag im prachtvollen „Kleinen Goldenen Saal“ hielt damals Prof. em. Lisa Beck zum Thema „Schriftgestaltung. Funktion, Geschichte, Spuren in Augsburg“ – nachzulesen auch in den Marginalien Nr. 188 (4/2007).

Ich kann mich noch gut erinnern, dass Frau Beck nach anfänglicher Zusage dann doch im Sommer plötzlich „kalte Füße bekam“, ob sie sich das in ihrem Alter noch zutrauen sollte (sie stand da ja auch schon ein Vierteljahr vor ihrem Achtzigsten). Zu unser aller Glück ließ sie sich dann aber schnell überreden ...

Die gebürtige Augsburgerin war von 1967 bis 1971 Dozentin an der „Werkkunstschule Augsburg“ für die Fachgebiete Schrift, Typographie, Gestaltungsgrundlagen, Grafik-Design, und an der dann umgewidmeten „Fachhochschule Augsburg“ von 1971 bis 1990 Professorin im Fachbereich Gestaltung, Lehrgebiet Grafikdesign mit Schwer­punkt Schriftgestaltung. 1998 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

»Im 20. Jahrhundert besitzt Augsburg mit Eugen Nerdinger und Lisa Beck, fortgesetzt von Manfred Heitmann, Schriftgestalter von europäischem Ansehen.« Dr. Peter Fassl, Bezirksheimatpfleger; im Konzept zur Bewerbung Augsburgs als Europäische Kulturhauptstadt 2010.

Auch die Augsburger Allgemeine würdigt Lisa Beck heute mit einem großen Artikel; das Foto zeigt sie in ihrem Wohnzimmer vor meinem Lieblingsbild „Aus den Wurzeln kommt die Kraft“, von dem sie mir schon vor Jahren auch einen kleinformatigen Abdruck schenkte.

Der Artikel schließt mit ihrem Satz „Ich verschickte zu Weihnachten immer noch an die hundert Briefe an Freunde und ehemalige Studenten“, sagt Lisa Beck – selbstverständlich von Hand geschrieben; auch ich darf mich zu den glücklichen Empfängern zählen. Und er beginnt so: Ihr größtes Glück: „Dass ich immer noch schreiben kann.“

Die Pirckheimer-Gesellschaft wünscht ihr noch viele glückliche und gesunde Jahre.

(Matthias Haberzettl)

Do, 14.12.2017

Adventsabend der Berliner Bibliophilen

Der BBA traf sich heute bei seinen Mitgliedern Susanne Rothe und Ulrich Goerdten zum traditionellen Adventsabend, um bei Kaffee und Kuchen, später bei Rotwein und Schnittchen das letzte Jahr Revue passieren zu lassen und einen Blick auf das kommende Jahr zu werfen.

Wie in jedem Jahr stellten die Mitglieder interessante und ihnen wichtige Neuerwerbungen des vergangenen Jahres vor. Das reichte über Erinnerungen an den kürzlich verstorbenen Horst Hussel, glückliche Flohmarktfunde oder erstaunliche Entdeckungen auf Auktionen und Buchkunstmessen bis hin zur Entdeckung von Buchtiteln und Illustratoren, die bislang in keiner Bibliiothek bekannt sind. Und sie spiegelten eine erstunliche Vielfalt der Sammelgebiete wider, Graphic Novel, Typographie, bibliophile Klassikerausgaben, Autographen oder einfach gut gemachte Bücher ...

Di, 12.12.2017

Ralf Parkner
Ingo Schulze

E.T.A. Hoffmann goes Internet

Heute Abend fand in der Staatsbibliothek zu Berlin eine Festveranstaltung zum Launch des E.T.A. Hoffmann-Portals statt. Damit startete nach dem Büchner-Portal und dem Fontane-Portal, welches seine Notizbücher enthalten wird, das dritte große deutsche Literaturportal. Unter den ca. 300 Hörern des heutigen Abends waren naturgemäß auch viele Pirckheimer.

Nach einer Begrüßung durch Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Dr. Bettina Wagner, Direktorin der Staatsbibliothek Bamberg und Jörg Petzel, Vize-Präsident der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, stellten Ursula Jäcker und Christina Schmitz dieses "Angebot für Forschung, Lehre und Kultur" vor und Frau Prof. Dr. Claudia Liebrand sprach zu aktuellen Tendenzen der E.T.A. Hoffmann-Forschung.
Sibylle Söring, Center für Digitale Systeme der FU Berlin, führte in die Welt der Digitalen Edition ein, ein Vortrag, der deutlich macht, wie das Medium Internet den "Leser zum Nutzer" machen kann und damit das Kulturgut Buch ergänzt.
Susanne Henschel, Jorma Lünenbürger und Maximilian Kleinert spielte Stücke von E.T.A. Hoffmann (ich gestehe, dass es mir genauso ging, wie Ingo Schulze - bei allem Enthusiasmus zu Hoffmann hatte ich noch nie auch nur eine seiner Noten gehört), anschließend gab es eine Lesung und Gespräch mit Ingo Schulze, der sich u.a. auch von E.T.A. Hoffmann sehr inspirieren ließ, was in seinen vorgetragenen Texten in vergnüglicher Weise deutlich wurde.

Also: nicht nur aufgrund des abschließenden Sektempfangs von Lutter & Wegner, dem Stammhaus von E.T.A. Hoffmann, ein gelungener Abend.

(ad)

(Weitere Fotos in den Facebookprofilen von Abel Doering und Ralf Parkner, Anmeldung erforderlich)

Mo, 11.12.2017

AdA 4/2017

Das letzte Heft des Jahres "Aus dem Antiquariat" enthält unter anderem einen Beitrag von Jürgen Böning über die Erstausgabe des "Kapitals" von Karl Marx, ein Interview mit Dieter Eckert, Antiquar in Bremen, sowie "Fünfeinhalb Miszellen" zu Victor Manheimer. Inhaltsverzeichnis. Wulf D. v. Lucius berichtet über SHOWCASE. Künstlerbücher in der Schatzkammer der Bayerischen Staatsbibliothek.
Selbstverständlich enthält das Heft auch wieder das Inhaltsvezeichnis des vergangenen Jahres. Das Inhaltsverzeichnis des aktuellen Heftes kann hier aufgerufen werden.
 

Leipziger Bibliophile und das Exlibris

Am 7. Dezember 2017 hielt der Präsident der DEG, Dr. Henry Tauber, auf Einladung des Leipziger Bibliophilen-Abends im „Haus des Buches“ in Leipzig einen Vortrag über die Exlibris Max Klingers. [...]

[Die Bedeutung von Max Klinger] als Erneuerer der Radierkunst in den 1880er Jahren und insbesondere als Bahnbrecher für einen sozialkritischen Realismus in der Grafik trat in Klingers Exlibris kaum zu Tage. Hier befasste er sich vor allem mit antiken Mythen und wandte sich häufig der Darstellung des nackten Menschen zu. Sein Credo: In ihren besten Schöpfungen ist die Kunst ist in der Lage, ein vollkommenes Spiegelbild der Natur zu liefern, aber zuvor muss der Künstler das Ideale auswählen, und das wichtigste Auswahl-Kriterium ist die Schönheit. Klinger, dessen Exlibris noch heute hoch geschätzt (und teuer) sind, hatte keine eigentlichen Schüler, aber etliche Nachfolger. Auch auf diese ging Tauber kurz ein: Bruno Héroux gehörte dazu und Alois Kolb, zu dessen Schülern wiederum Hela Peters, Karl Blossfeld, Max Brüning, Carl Streller und Otto Weigel zählten, auch diese allesamt bekannte Exlibris-Künstler.

[ ... ] Es gab (neben Héroux) andere Künstler im alten LBA, die Exlibris schufen: Willi Geiger, Richard Grimm-Sachsenberg, Hugo Steiner-Prag oder Walter Tiemann. Es gab Exlibris-Großsammler unter den Mitgliedern, wie Paul Heinicke, der später auch Ehrenmitglied der DEG war und dessen großartige Kollektion den Grundstock der Sammlung von Schloss Burgk bildete. Und da waren natürlich auch etliche Künstler und Sammler in Leipzig und Umgebung, die nicht im LBA organisiert waren, gleichwohl aber wichtige Beiträge für die Exlibris-Bewegung leisteten. [ ... ] Darüber hinaus steht Leipzig auch in neuerer Zeit für herausragende Leistungen in der Exlibriswelt, mit Namen wie Oswin Volkamer, Karl-Georg Hirsch, Frank Eißner und vielen anderen.

Der 1991 wiedergegründete Leipziger Bibliophilen-Abend ging aus der von 1956 bis 1990 tätigen Leipziger Ortsvereinigung der "Pirckheimer-Gesellschaft im Kulturbund der DDR" hervor und hat sich wie die bis heute existierende, äußerst rührige Pirckheimer-Gesellschaft der Buchkultur und Bibliophilie verschrieben; [ ... ] Die Vortragsveranstaltung zu Klingers Exlibris unterstreicht die freundschaftlichen Beziehungen, die die DEG zu den genannten Vereinen pflegt.

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