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Der Buchkünstler Werner Klemke

Vortrag

Rund zwei Dutzend Mitglieder und Freunde der Pirckheimer-Gesellschaft waren am Abend des 5. Dezember der Einladung der Regionalgruppe Halle (in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek) gefolgt, um dem Bildvortrag unseres Mitglieds Dr. Ute Willer zu folgen. Schon in der Einleitung hob die Referentin hervor, dass sie sich in ihrem anderthalbstündigen Vortrag auf das buchkünstlerische Werk Klemkes beschränken würde, ja müsste – da für eine Würdigung des gesamten graphischen Œuvres eine ganze „Klemke-Woche“ nicht ausreichen würde. Und auch von den nahezu 300 illustrierten Büchern mit zusammen über 10.000 Illustrationen könne sie nur den zehnten Teil, also etwa 30 Bücher näher vorstellen. Hier zitierte sie Horst Kunze: „Das Phänomen Werner Klemke besteht auch darin, dass sein gebrauchsgraphisches Schaffen nach Zahl und Art einem Meere gleicht.“ Und in diesem Meere tauchte Willer, nach einem kurzen biographischen Abriss, in den folgenden neunzig Minuten und brachte viele schöne Perlen ins Beamerlicht. Von der ersten Buchillustration (Weerth, Humoristische Skizzen aus dem deutschen Handelsleben) über die Weltliteratur (Voltaire, Boccaccio) und die „Brücke“ des Reineke Fuchs zu den Kinderbüchern (Rodrian, Ferdinand der Stier und natürlich die Grimmschen Kinder- und Hausmärchen) ging die kurzweilige Reise bis zu den heiter-ironischen Gallettiana und den Liedern der Mamsell.

Willer schloss ihren Vortrag mit Werner Klemkes Leitsätzen für den Illustrator:

Lies den Text, prüfe, wie dir dabei ums Herz ist, bedenke, zu wem du sprechen willst, bedenke die Mittel, die dir dabei zur Verfügung stehen, und frage dich, wozu deine Arbeit dienen soll.

Die Zuhörer dankten mit kräftigem Applaus.

Matthias Haberzettl

Diese Veranstaltung war
Dienstag, 5. Dezember 2017 - 19:30
Mit: 
Dr. Ute Willer
Zentralbibliothek
Salzgrafenstraße 2
06108 Halle (Saale)

Gemeinschaftsveranstaltung mit der Stadtbibliothek Halle
Der Eintritt ist frei.

Zuständige Regionalgruppe: 
Halle (Saale) und Umgebung